Kommentar
Positive Freiheiten
Das Resultat einer jahrelangen Laisser-faire-Politik in der Stadtplanung kann in seelenlosen Stadtvierteln wie Kirchberg, „Cloche d’Or“ oder „Ban de Gasperich“ begutachtet werden Foto: Editpress
Die Besitzverhältnisse von Wohnungen, Häusern und bebaubaren Grundstücken sind in Luxemburg sehr ungleich verteilt. Eine kleine Minderheit besitzt einen sehr großen Anteil an Immobilien. In der Stadt Luxemburg ist dieses Ungleichgewicht noch einmal deutlich höher als im Rest des Landes. Die Land- und Immobilienbesitzer verfügen aber nicht nur über ein großes Vermögen, sondern haben auch viel Macht. Wenn die Politik ihnen keine Vorgaben setzt, können sie ihre Grundstücke nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten und die Stadtentwicklung maßgeblich beeinflussen. In den allermeisten Fällen spielen dabei Profitmaximierung und hohe Renditen eine weitaus wichtigere Rolle als das Gemeinwohl. Das Resultat solcher kapitalistischen Auswüchse kann in Stadtvierteln wie Kirchberg, „Cloche d’Or“ oder „Ban de Gasperich“ begutachtet werden. Innerhalb weniger Jahre sind dort seelenlose Bürosiedlungen entstanden, in denen kaum jemand wohnt.