Editorial

Null Toleranz – Der Sport darf nicht länger von Rechtsextremen und Faschisten missbraucht werden

Leichtathlet Owen Ansah lief am Wochenende als erster Deutscher die 100 Meter unter zehn Sekunden

Leichtathlet Owen Ansah lief am Wochenende als erster Deutscher die 100 Meter unter zehn Sekunden Foto: dpa/Swen Pförtner

Es war in Deutschland einer der Sporthöhepunkte des Wochenendes. Bei den Leichtathletikmeisterschaften in unserem Nachbarland schaffte der 23-jährige Sprinter Owen Ansah einen Meilenstein und lief als erster Deutscher die 100 Meter unter zehn, um genauer zu sein in 9,99 Sekunden. Die Freude, dass endlich jemand diese magische Grenze geknackt hat, war groß. Umso erschreckender dann jedoch, was man in den sozialen Medien nach diesem Paukenschlag lesen musste. „Wo hat man den denn eingekauft?“, war noch eine der harmloseren einer ganzen Welle an rassistischen Beleidigungen, die über den Sprinter einprasselten und den Sohn ghanaischer Eltern schlichtweg auf seine Hautfarbe reduzierten. Dass Ansah in Hamburg geboren wurde, seine Schullaufbahn dort absolviert hat und in der Hansestadt auch seinen ersten Verein hatte, scheint da recht wenig zu interessieren. Stattdessen gilt Ansah für all diese Verfasser aufgrund seiner Hautfarbe nicht als richtiger Deutscher, sein Rekord zählt für sie nicht.

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