Editorial
Macron ignoriert den Wählerwillen
Rechts vor links, Ordnung muss sein: Frankreichs Bruno Retailleau spielt gerne den harten Mann Foto: Ian Langsdon/AFP
Es war kurz vor zwölf in Frankreich. Das rechtsextreme Rassemblement national (RN) hatte Anfang Juni die Europawahl gewonnen und Ende desselben Monats die erste Runde der Parlamentswahl für sich entschieden. Ein endgültiger Sieg von Marine Le Pens Partei in der Stichwahl und eine Kohabitation von Präsident Emmanuel Macron mit einer Regierung von RN-Shootingstar Jordan Bardella standen kurz bevor.