Forum von Suncana Glavak, Isabel Wiseler-Lima und Martine Kemp
Kinder sollten nicht gegen Algorithmen ankämpfen müssen
Wir fordern Kinder auf, ihr Handy wegzulegen. Nicht mehr durch ihren Newsfeed zu scrollen. Weniger Zeit online zu verbringen. Wir fordern Eltern auf, Grenzen zu setzen, und Schulen, einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet zu vermitteln. Gleichzeitig werden ihnen Apps angeboten, die so konzipiert sind, dass es so schwer wie möglich ist, mit ihrer Nutzung aufzuhören.
Kinder müssen zunehmend bei der Nzutung der Sozialen Medien unterstützt werden Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Das endlose Scrollen beseitigt jeden natürlichen Punkt, an dem man eine Pause einlegen könnte. Die automatische Wiedergabe startet das nächste Video, noch bevor man sich entschieden hat, ob man es sich ansehen möchte. Benachrichtigungen verfolgen einen. Empfehlungssysteme lernen, was die Aufmerksamkeit am längsten fesselt, und schlagen einem mehr davon vor.
Diese Funktionen sind kein Zufall. Sie sind Teil eines Geschäftsmodells, das darauf abzielt, die Nutzer so lange wie möglich auf der Plattform zu halten. Tatsächlich nutzen 97 % der beliebtesten Apps, die von Verbrauchern in der EU genutzt werden, mindestens ein „Dark Pattern“, also ein Designelement, das unsere Entscheidungen im Internet lenken oder beeinflussen kann.