Editorial
Kann Pop noch Wandel? Über Sinn und Wirkung kulturellen Boykotts
Ein Demonstrant in Kopenhagen fordert einen Boykott des Staates Israel Foto: AFP
Im großen Zusammenspiel der Dinge mag diese Meldung vom vergangenen Sonntag eher klein und unbedeutend daherkommen, an ihr lässt sich jedoch sehr gut ablesen, wie viel kulturelles Kapital Israel im andauernden Israel-Palästina-Konflikt in den vergangenen Monaten verspielt hat: Radiohead, seit knapp drei Jahrzehnten eine der berühmtesten und einflussreichsten britischen Bands, hat ihre Haltung zu Konzerten in Israel geändert. Auf die Frage, ob Radiohead dort auftreten würden, antwortete Frontmann Thom Yorke in einem Interview mit der Sunday Times: „Auf keinen Fall. Ich möchte mich nicht einmal 5.000 Meilen in der Nähe des Netanjahu-Regimes aufhalten.“ Warum das bemerkens- und berichtenswert ist? Weil Radiohead bislang zu den bekanntesten Bands zählten, die sich gegen einen kulturellen Boykott Israels aussprachen.