Leserforum

Kalte Progression oder die heimliche Abzocke 

Kalte Progression oder die heimliche Abzocke 

Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Bei Gelegenheit der Debatte über eine Steuerreform erwähnte der bienenfleißige und von mir geschätzte Berichterstatter André Bauler ein Zitat von Colbert laut dem „d’Konscht vun der Besteierung läit doran, d’Gäns esou ze plëmmen, ouni datt se vill Kreesch deet“. Er erwähnt noch, dass es mit der DP keine Erhöhung der Steuern geben würde. Da Gänse nicht als besonders intelligent gelten, hofft er, dass das Wahlvolk die Abzocke per heimlicher Steuererhöhung durch die kalte Progression nicht wahrnimmt. Keine Woche später kann er sich als Präsident der Finanzkommission für das erste Halbjahr 2022 versus 2021 über ein sattes Plus von 445 Millionen bei der Lohnsteuer erfreuen, und man höre und staune, dass das Plus durch die Indextranchen von 2021 und 2022 und die Dynamik des Arbeitsmarktes zustande kam. Damit gesteht er nolens volens ein, dass auch mit der DP heimliche Steuererhöhungen eine Realität sind. Mit etwas Sarkasmus könnte man der Regierung vorwerfen, durch den Aufschub der letzten Indextranche auf Millionen von (unverdienten) Euro zu verzichten. War dies in der Berechnung der Kosten für den Staat mit betrachtet worden? Wohl kaum. Für die kommende Tripartite (laut Herrn Allegrezza vom Statec vor Jahresende) muss dies bei den „Checks and Balances“ unbedingt mit einfließen? Nach den Pandemiegewinnern, den Kriegsgewinnern gibt es auch noch Papa Staat als Inflationsgewinner. 

Jetzt kostenlos testen: Ihr persönlicher 24-Stunden-Zugang

  • Zugang zu allen Online-Artikeln
  • E-Paper auf tageblatt.lu und in der App

Sie haben bereits ein Konto ? Melden Sie sich hier an.

Das könnte Sie auch interessieren

Forum von Ursula von der Leyen

Warum Europa und Mexiko ihre Partnerschaft stärken