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In Krisenzeiten werden die Menschen konservativer
Wir leben in einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft, in welcher die Menschenrechte das Maß aller Dinge sein sollen. Jeder sollte sein Leben frei gestalten können. Soweit die Doktrin. Die Wirklichkeit ist anders.
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Unsere Gesellschaft steckt voller Widersprüche. Freiheit muss man sich leisten können. Gleichheit scheitert an Herkunft, Gesundheit und Intellekt. Brüderlichkeit ist das Feigenblatt für Egoismus sowie Angst vor Fremden. Für den Schweizer Journalisten Roman Bucheli ist der Mensch ein „Gewohnheitstier“, dem nichts „widerwärtiger (ist) als der stete Wandel und die damit verbundene Unsicherheit“. Der Mensch sei nie „konservativer als in Zeiten der Verunsicherung“. Deshalb hätten wir es uns „zur schlechten Gewohnheit gemacht, angesichts lauernder Gefahren die eigene Fragilität zu kultivieren“.