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Hitzewelle und Klimaschutz

Hitzewelle und Klimaschutz

Ende der Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts warnte René Dumont uns vor dem, was im Juni 2026 vorgefallen ist. Er wurde belächelt, auch von mir. Was Dumont als Wissenschaftler prognostizierte, posaunte Greta Thunberg polemisch von der Tribüne der UNO herab und machte uns alle zu Klimakriminellen. Aber sogar ihr „How dare you“ hatten wir schon wieder vergessen. Dann bekamen wir urplötzlich Anschauungsunterricht in Form einer sehr heißen Woche.

Die Reaktionen auf dieses klimatische Unwetter erinnern mich an die gebetsmühlenartigen Elegien, während des Covid, von neuem, grünem, energieenthaltsamen Leben nach dem Covid.

Kurz vor diesem covidähnlichen Erwachen durch die Hitzewelle lebten wir während der Wochen um die Hormus-Sperre in der täglich aufgepeitschten Angst vor einem weltweiten Wirtschaftszusammenbruch. Wir verbrachten die Tage im Rhythmus des Anstiegs des Benzinpreises an der Zapfsäule und der schwer zu ertragenden Unsicherheit über unseren Sommerurlaubsflug wegen eines möglichen Kerosinmangels. Anstatt vom Klima träumten wir nur noch inbrünstig von Erdöl und Gas als Erlösung aus dieser unerträglichen Zukunft ohne fossile Energien.

Und dann kam eben, wie zuvor erwähnt, zu guter Letzt die Hitzewelle als überzählige Zumutung für Hirne, die zwar auch die schlimmsten Nachrichten aus der Ferne oder in unabsehbarer Zukunft vertragen, aber nur solange hier alles so funktioniert, wie wir es gewohnt sind und von unserem Staat als Steuerzahler erwarten.

Dass wir heute eine Hitzewelle brauchen, um auf eine seit fünfzig Jahren angesagte Hitzewelle zu reagieren, zeigt nur, dass wir keine mündige Kultur erarbeitet haben. Wir sind allesamt auf der Stufe kurz vor dem Abitur kulturell versandet. Der Rest scheint mir ingeniöse Hochstapelei und viel leeres Geschwätz. Es gibt nur zwei Lösungen. Milliarden Klimaanlagen, wie in Singapur, Florida, Saudi-Arabien etc. oder eine seriöse Verringerung des Carbondioxids.

Wenn ich um mich herumschaue bei meinen Wanderungen,in schon wieder annehmbaren Temperaturen, scheint die Wahl zwischen beiden Lösungen bereits getroffen zu sein.

Heute Morgen musste ich mein Küchenfenster kurz schließen, als mir ohne Hemd ein wenig kühl wurde und ich fast nostalgisch an die schönen warmen Tage zurückdachte.

Noch nie war meine Wäsche derart schnell getrocknet.

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