Forum von Dr. Nora Schleich
Hermeneutische Ungerechtigkeit als systemische Diskriminierung
Ein Antwortbeitrag zu Dr. Gérard Schockmels (Mitglied der liberalen demokratischen Partei) Gastbeitrag „Wie der Feminismus die Abtreibungs-Debatte beherrscht“ („Wort“ vom 11. und 12. Oktober 2025).
Foto: Editpress/Julien Garroy
Wenn das Debakel um das Einschreiben der Freiheit auf Schwangerschaftsabbruch in die Verfassung ein Gutes hat, dann, dass die Pluralität der Meinungen wieder sichtbar wird. An sich ein Gewinn, denn, so sagt es schon Jürgen Habermas (Philosoph, Soziologe und Demokratietheoretiker), erst in der deliberativen Politik, also in der Politik, in der das beste Argument als Maßstab gilt, kann ein vernünftiger Diskurs und freie Kommunikation untereinander stattfinden. Meinungen und Argumente, Positionen und Theorien werden gehört, geprüft und es wird gemeinsam geschlussfolgert, sodass Kommunikation und Vernunft gewinnen können.