Editorial

Gefährliche Lücken: Putin und die Kunst der Provokation

Russische Jets über dem estnischen Luftraum: ein Mikoyan MiG-31, Abfangjäger der russischen Luftwaffe, hier anlässlich einer Militärparade

Russische Jets über dem estnischen Luftraum: ein Mikoyan MiG-31, Abfangjäger der russischen Luftwaffe, hier anlässlich einer Militärparade Foto: Pavel Golovkin/AP/dpa

In der modernen Kunst sind Provokationen ein legitimes Mittel, in der Innenpolitik bieten sie häufig den Anlass für politische oder gesellschaftliche Debatten. In der internationalen und Sicherheitspolitik können sie zu diplomatischen Krisen führen. Russlands Präsident Wladimir Putin scheint die Kunst der Provokation meisterhaft zu beherrschen. Von Cyberattacken, Desinformation und Propaganda bis hin zu Sabotage und Spionage spielt er auf der gesamten Klaviatur der Destabilisierung. Nun kam es zuerst zur Verletzung des polnischen Luftraums durch russische Drohnen, dann des estnischen durch drei russische MiG-31-Kampfjets. Estlands Außenminister Margus Tsahkna sprach von einem „beispiellos brutalen“ Vorfall. Zwar sind Grenzüberschreitungen dieser Art nicht die ersten und bestreitet Russland die Luftraumverletzung, doch nach den Worten des deutschen Politologen Carlo Masala ist damit ein „neues Level“ der Provokation erreicht.

Jetzt kostenlos testen: Ihr persönlicher 24-Stunden-Zugang

  • Zugang zu allen Online-Artikeln
  • E-Paper auf tageblatt.lu und in der App

Sie haben bereits ein Konto ? Melden Sie sich hier an.

Das könnte Sie auch interessieren

Forum

Hommage à Edgar Morin: un penseur dans le siècle