Forum von Michael Jäckel
Ein Leben für den Film. Zum Tod von Robert Redford.
„Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“ Vielleicht war es diese versöhnliche Schlussformel aus der Welt der Märchen, die den Regisseur Sydney Pollack zu der berühmten finalen Szene aus „Butch Cassidy und Sundance Kid“ inspirierte. Eine lange Verfolgungsjagd führt die Zug- und Bankräuber nach Peru, wo sie sich schließlich einer Übermacht von Polizei und Armee gegenübersahen. Das Schlussbild konserviert die beiden in ihrer typischen Revolver-Pose – so, als sei es kein wirkliches Ende. Auf diese Weise entsteht ein bleibendes Image.
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Aber es ist auch die Jahrhundertwende, das Jahr 1899. Neue Formen der Mobilität zeichnen sich ab: Pferd und Kutsche erhalten Konkurrenz. Die Eisenbahn dehnt sich aus, Automobile üben sich in Fortbewegung. Und im Film übernimmt der Drahtesel, das Fahrrad, eine fast nostalgische Einlage, unterlegt mit weichen Tönen. Hal David und Burt Bacharach schufen mit „Raindrops Keep Fallin’ On My Head“ einen Filmsong für die Ewigkeit. Da mögen noch so viele Revolverschüsse vernommen werden: Das Idol schwimmt auf der Melodie und die Gedanken schwimmen mit.