Standpunkt

Die inflationären Folgen der Deglobalisierung

Dass in vielen Industrieländern die Inflation zurückgekehrt ist, scheint die Zentralbanken überrascht zu haben und ist schnell zur größten wirtschaftlichen Sorge der Menschen geworden. Jetzt ist zwar geldpolitische Straffung nötig, aber auch die Rolle struktureller Faktoren muss beachtet werden. Neben pandemiebedingten Unterbrechungen der Lieferketten und hohen Energie- und Lebensmittelpreisen – verstärkt durch den Krieg in der Ukraine – müssen die Politiker insbesondere auch die Folgen der Deglobalisierung berücksichtigen.

Die inflationären Folgen der Deglobalisierung

Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Während der beiden Jahrzehnte vor der Finanzkrise von 2008 schien die Globalisierung unaufhaltsam gewesen zu sein. Der Umfang des globalen Handels stieg über doppelt so schnell wie das weltweite BIP. Und die Liberalisierung von Handel und Investitionen in den Entwicklungsregionen Asiens, Lateinamerikas sowie Ost- und Mitteleuropas trug dazu bei, dass die grenzüberschreitende Neuverteilung der Herstellungsprozesse von Vor- und Endprodukten einen Boom erlebte.

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