Editorial
Die Widersprüche der brasilianischen Klimapolitik
Aus der Zeit des Kautschukbooms: das Teatro Amazonas in Manaus Foto: Stefan Kunzmann
Die Pracht des Teatro Amazonas in Manaus steht für den Aufstieg und Niedergang der brasilianischen Kautschukbarone, die es einst finanzierten. Sie waren mit dem damaligen „schwarzen Gold“ so reich geworden, dass sie Ende des 19. Jahrhunderts mitten im Regenwald das berühmte Opernhaus erbauen ließen – mit Marmor aus Carrara und Leuchtern aus Murano, Gusseisen aus Paris und einer Kuppel in den Farben Brasiliens. Als der Kautschukboom endete, erlebte es seine für lange Zeit letzte Aufführung. Es war unter anderem die Feuchtigkeit in der Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas mit heute mehr als zwei Millionen Einwohnern, die dem Prunkbau zusetzte. Er öffnete erst 1990 wieder.