Standpunkt
Das globale Ernährungssystem funktioniert nicht – nur ein Bottom-up-Ansatz hilft
Das Jahr 2020 war für uns alle unvergesslich – und für viele tragisch. Niemand hatte sich vorstellen können, dass sich ein tödliches Virus, das von Hufeisennasen stammt, so schnell ausbreiten und unser Leben so gründlich auf den Kopf stellen könnte. Und in den meisten Ländern gibt es immer noch keine Anzeichen einer zurückkehrenden Normalität. Doch obwohl wir nur erahnen können, wie das Leben nach der Pandemie aussehen wird, muss die Bewältigung der wachsenden Probleme von Hunger und Unterernährung im Mittelpunkt der globalen Erholung stehen.
Drei Milliarden Menschen können sich keine gesunde Ernährung leisten Foto: dpa/Jens Kalaene
Schon vor Covid-19 befanden sich viele Menschen in großer Not. Obwohl die extreme Armut abnahm, waren immer noch rund 700 Millionen Menschen von ihr betroffen, während fast die Hälfte der Weltbevölkerung mit weniger als 5,50 Dollar pro Tag auskommen musste und damit kaum überleben konnte. Gleichzeitig nimmt die Konzentration des globalen Reichtums weiter exponentiell zu, wobei das Gesamtvermögen der Milliardäre in den USA im Jahr 2020 um mehr als 1 Billion Dollar ansteigen wird.