Kommentar

Das chilenische Pendel schlägt weit zurück

Ein Küsschen zum Sieg oder zum Abschied? Jeannette Jara nach dem ersten Wahlgang. Ihre Chancen in der Stichwahl sind aber nicht rosig. 

Ein Küsschen zum Sieg oder zum Abschied? Jeannette Jara nach dem ersten Wahlgang. Ihre Chancen in der Stichwahl sind aber nicht rosig.  Foto: AFP/Marvin Recinos

Einmal mehr schwebt das Gespenst des „péndulo chileno“ über den Wahlen in Chile. Seit etwa 20 Jahren hat kein Staatsoberhaupt des südamerikanischen Landes mehr die Macht an einen Nachfolger aus derselben politischen Richtung übergeben. Es war der Sozialist Ricardo Lagos, der 2006 die Präsidentenschärpe an Michelle Bachelet, ebenfalls Sozialistin, übergab. Seitdem haben die Linke und die Rechte Chile abwechselnd regiert, als würden die Wähler jedes Mal die Amtsinhaber bestrafen. Bei diesen Wahlen deutet alles darauf hin, dass der Wind zugunsten der Rechten weht, diesmal des Ultrarechten José Antonio Kast. Er geht als Favorit in die Stichwahl am 14. Dezember.

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