Analyse von außen
Das Scheitern des Anti-Austeritäts-Populismus
Um die populistische Revolte gegen den Freihandel und andere Säulen der Mainstream-Ökonomie zu verstehen – eine Revolte, die US-Präsident Donald Trump mit bemerkenswertem Geschick für seine politischen Ambitionen genutzt hat –, muss man auf die Anti-Austeritäts-Bewegung zurückblicken, die auf die globale Finanzkrise von 2008/09 folgte.
Die Idee, Schulden seien folgenlos, hat sich als das entlarvt, was sie stets war: eine gefährliche Illusion Symbolfoto: Getty Images via AFP
Nach der Krise begannen die Anti-Austeritäts-Befürworter zu argumentieren, dass eine „staatliche Zurückhaltung bei den Haushaltsausgaben“ weniger eine wirtschaftliche Notwendigkeit sei als vielmehr ein bösartiges intellektuelles Konstrukt, das die Sozialleistungen in grausamer Art beschränke. Ihrer Ansicht nach könnten die Regierungen – zumindest in den hochentwickelten Volkswirtschaften – fast immer zu minimalen langfristigen Kosten zusätzliche Schulden aufnehmen.