Editorial
Da waren es noch 100: Der schleppende Fortgang der Gemeindefusionen
EIn Schild, das ab heute der Vergangenheit angehört Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Seit heute besteht Luxemburg aus nur noch 100 Gemeinden. Oder besser gesagt, immer noch aus 100 Gemeinden. Eigentlich war der Plan einmal, dass es im Jahr 2017 nur noch 71 Gemeinden geben sollte. Die CSV sprach 2018 in ihrem „E Plang fir Lëtzebuerg“ sogar von einer Reduzierung auf 60 Kommunen. Davon ist man sogar noch im Jahr 2023, nach der Gründung der beiden Fusionsgemeinden Grosbous-Wahl und Bous-Waldbredimus, weit entfernt. Fusionen sind auch durchaus sinnvoll. Wie oft kommt es vor, dass Nachbargemeinden ihren Bürgern quasi das Gleiche anbieten, dafür aber zweimal Kosten anfallen? Der Staat wirbt mit Argumenten wie einer Steigerung der administrativen und finanziellen Effizienz, verbesserten Dienstleistungen für die Einwohner oder der Stärkung der kommunalen Autonomie. Außerdem werden Fusionen auch finanziell vom Staat unterstützt. Die Anforderungen an Gemeindeverwaltungen werden immer größer und komplexer. Dass kleine Gemeinden diese nur mit Mühe erfüllen können, leuchtet ein.