Kommentar

Australiens Social-Media-Verbot – ein überfälliger Schritt

Wenn ab 10. Dezember in Australien Jugendliche unter 16 Jahren von Facebook, Instagram, TikTok und Co. ausgesperrt werden, wird die Welt genau hinsehen. Nicht weil Australien ein digitaler Vorreiter wäre, sondern weil es den Mut aufbringt, dort zu regulieren, wo andere nur warnen.

14-jähriger Junge nutzt Handy in Gosford, Australien, vor Verbot von Instagram und Social Media ab 10. Dezember

14-jähriger Junge nutzt Handy in Gosford, Australien, vor Verbot von Instagram und Social Media ab 10. Dezember Foto: AFP/David Gray

„Nanny State“ – Überwachungsstaat – nennen Kritiker Australien gerne. Ein Land, das seinen Bürgerinnen und Bürgern vorschreibt, wie sie zu leben haben. Doch dieser Vorwurf greift zu kurz. Tatsächlich hat sich Australien als Testlabor für strenge Regulierung etabliert: von Rauchergesetzen über Pandemie-Maßnahmen bis hin zu diesem weltweit ersten Social-Media-Verbot. Und vielleicht funktioniert die multikulturelle Gesellschaft gerade deshalb so gut. Die Akzeptanz von Regeln ist hoch, das Vertrauen in die Regierung deutlich größer als in vielen europäischen Ländern. Umfragen zeigen eine Zustimmung zwischen 60 und 80 Prozent für das Verbot.

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