Editorial
Aus den Augen, aus dem Sinn: Bettelverbot ist Startschuss für Recht-und-Ordnung-Politik
Der Pappbecher: Vielleicht müssen Bettler in Luxemburg-Stadt in Zukunft proaktiver werden, um zu überleben Foto: Editpress/Julien Garroy
Lichterketten, Glühwein und fröhliche Musik: Luxemburg-Stadt hat sich für Weihnachten in ein winterliches Wunderland verwandelt, um den Bürgern eine Freude zu bereiten. Denn der „Chrëschtdag“ ist das Fest der Nächstenliebe – solange die Nächsten nicht mit einem Pappbecher auf der Straße sitzen. Pünktlich zur Weihnachtszeit hat der neue Innenminister Léon Gloden das Urteil seiner Vorgängerin gekippt: Die Polizei kann nun also doch Menschen, die „eine aggressive Bettelei machen“, von ihrem Platz verweisen. Das hat der christlich-soziale Politiker gegenüber RTL gesagt. Christlich ist das nicht – und sozial ebenfalls nicht.