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Alles Banane oder was? Guy Rewenig über ein Nahrungsmittel, das zum irrsinnig teuren Kunstobjekt wurde

Diese Geschichte ist unglaublich, aber wahr: Der italienische Konzeptkünstler Maurizio Cattelan befestigte eine Banane mit Klebeband an einer Wand, nannte das Werk „Comedian“ und bot es zum Verkauf an. Seine Materialkosten: 0,50 Euro. Seine Arbeitszeit: ungefähr eine halbe Minute. Bitte, sagen Sie jetzt nicht voreilig: Das ist keine Kunst, das kann jeder.

Alles Banane oder was? Guy Rewenig über ein Nahrungsmittel, das zum irrsinnig teuren Kunstobjekt wurde

Foto: Jitz Jeitz

Weit gefehlt. Denn Cattelans Banane wurde bei einer Auktion von Sotheby’s in New York für 6,2 Millionen US-Dollar versteigert. Erworben hat sie der chinesische Kryptounternehmer Justin Sun. Beim Kurznachrichtendienst X teilte Sun mit, er wolle die Banane essen, „um ihren Platz in der Kunstgeschichte zu ehren“. So weit die Fakten. Wer sich jetzt an den Kopf greift oder sich die Haare rauft, kann sich dem vernichtenden Urteil nicht entziehen: Er versteht nichts von Kunst. Er ist ein heilloser Ban(an)ause.

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