„Fourrière“ im Süden

Abgeschleppte Schrottkarren im öffentlichen Raum: Keine Lösung in Sicht

Die Polizei hat seit Mitte August 2020 im Süden des Landes ein Abstell-Problem für beschlagnahmte Fahrzeuge. Momentan stehen 39 Autos auf den öffentlichen Parkplätzen der rue Barbourg in der Escher „Hiel“. Bürgermeister Georges Mischo wehrt sich und stellte unlängst seine dritte parlamentarische Anfrage zu diesem Thema, das zu einer unendlichen Geschichte zu werden droht.   

In Reih und Glied stehen die abgeschleppten Autos in der rue Barbourg in der Escher „Hiel“. Am Mittwoch wurden 39 Fahrzeuge gezählt.

In Reih und Glied stehen die abgeschleppten Autos in der rue Barbourg in der Escher „Hiel“. Am Mittwoch wurden 39 Fahrzeuge gezählt. Foto: Editpress/Julien Garroy

Seit dem 14. August 2020 ist die „Fourrière“ in der Gebläsehalle in Belval aus Sicherheitsgründen geschlossen. Dort wurden in den letzten Jahren die abgeschleppten Autos aus der Region Süden und Westen hingebracht und aufbewahrt. Seit der Schließung werden in Esch die abgeschleppten Wagen auf dem Stadtgebiet verteilt. Das ist scheinbar vorbei, denn die Autos stehen nun in der rue Barbourg auf der anderen Seite der Eisenbahnlinie nach Audun-le-Tiche. Am Mittwoch waren es 39 Autos, wobei viele in einem erbärmlichen Zustand sind. Eingeschlagene Scheiben und fehlende Reifen zeugen davon, dass der provisorische Abstellplatz von dem ein oder anderen als Gratis-Ersatzteillager missbraucht wurde. 

Das Problem sind die Ausweichmöglichkeiten. Die sind im Süden rar. So schrieb Henri Kox („déi gréng“), Minister für Innere Sicherheit, in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage vom Escher Bürgermeister Georges Mischo (CSV) Ende September letzten Jahres: „D’Gebléishal war eng provisoresch Léisung. Zesumme mat der ‚Administration des bâtiments publics‘ sicht d’Police schonn zanter Joren no enger Alternativ. Schonns 2019 war de Beräich beim Rond-Point Raemerich zu Esch-Belval als laangfristeg Léisung an d’A gefaasst ginn. Eng temporär Léisung fir déi ganz Regioun Sud-Ouest vum Land ass schwéier ze fannen, well se grouss, ofgeséchert, iwwerwaacht an no genuch beim concernéierte Service misst sinn. De Fonds Belval huet keng alternativ Léisung um Site Belval fir d’Fourrière. Och op kommunalem Niveau hu sech bis elo wéineg lokal Léisungen ugebueden, déi och d’Sécherheet vun den ofgeschleeften Autoe garantéiere kënnen. D’Police kuckt dofir nach mam ‚Domaine de l’Etat‘, fir eng Léisung ze fannen.“

Und diese Lösung lässt auf sich warten, sodass Mischo vor rund drei Wochen die dritte parlamentarische Frage zu diesem Thema stellte und dabei die „Fourrière“ auf Findel als Zwischenlösung vorschlug. Die aber komme nicht infrage, wie eine Sprecherin des Ministeriums für Innere Sicherheit auf Tageblatt-Nachfrage bestätigte. Die Infrastruktur auf Findel sei bereits für die Region Zentrum/Osten zu klein, da könne man keine abgeschleppten Fahrzeuge aus dem Süden hinbringen. Eine provisorische Lösung sei momentan nicht in Sicht. Was die langfristige Lösung am Kreisverkehr Raemerich angeht, so konnte das Ministerium für Öffentliche Bauten am Donnerstag auf Tageblatt-Anfrage noch keinen genauen Zeitplan vorlegen. Details sollen folgen. 

„Uns als Gemeinde sind die Hände gebunden“, sagt derweil Georges Mischo, „aber so wie es jetzt ist, kann es kaum bleiben. Die Fahrzeuge stehen im öffentlichen Raum und werden beschädigt. Sie stören im Stadtbild. Außerdem ist es nicht korrekt gegenüber den Einwohnern aus der ,Hiel‘, sie dort abzustellen.“  In seiner Sitzung vom 28. Januar hatte das Gemeindesyndikat „Prosud“ eine Resolution verabschiedet, die Minister Henri Kox auffordert, schnellstmöglich für eine nationale „Fourrière“ zu sorgen.

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