„In der Wüste aussetzen, auf dem Meer zurücklassen“
„déi Lénk Diddeleng“ verurteilt migrationsfeindliche Aussagen von Ex-Kandidatin
Mit einem Kommentar über Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere hat eine frühere Gemeindekandidatin von „déi Lénk Diddeleng“ Empörung ausgelöst. Die Partei distanziert sich von den Aussagen.
Eine ehemalige Kandidatin von „déi Lénk Diddeleng“ hat in einem Kommentar in den sozialen Medien gefordert, Menschen ohne gültige Papiere unter anderem auf dem Meer zurückzulassen Foto: Karolina Sobel/Sea Watch/AP/dpa
Eine ehemalige Kandidatin für die Gemeindewahlen von „déi Lénk Diddeleng“ hat mit einem Kommentar in den Sozialen Medien eine Welle der Kritik ausgelöst. Unter einem Artikel über Luxemburgs Gefängnisse forderte sie: „Alles wat keng Pabeieren huet, an der Wüüst aussetzen oder op e Schlauchboot matten am Mier fräiloossen an hirem Schicksal iwwerloossen, vermësst gi se jo net, se sinn net existent.“ Der Kommentar wurde inzwischen entfernt, doch die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.
Partei distanziert sich
„déi Lénk Diddeleng“ meldete sich am Mittwoch in einer Stellungnahme auf Facebook zu Wort. Darin heißt es, die Verfasserin des Kommentars habe im Jahr 2023 bei den Kommunalwahlen auf der Liste der Linken kandidiert. Mit ihrem Beitrag distanziere sich die Partei „offiziell und unmissverständlich vom Inhalt dieses Kommentars“. Die Gleichsetzung von Nicht-Luxemburgern mit Kriminellen sowie die Aussagen über Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere seien „inakzeptabel“ und „entmenschlichend“. Dies gelte insbesondere angesichts der vielen Menschen, die jedes Jahr auf der Flucht vor Krieg, Hunger oder Verfolgung ums Leben kommen.
„Als Linke setzen wir uns für sichere Fluchtwege, eine echte Chance für Flüchtlinge und Migranten, sich hier ein sicheres Leben aufzubauen, sowie für eine offene Gesellschaft ein“, schreibt die Partei.
Auch die Düdelinger Sozialisten verurteilten die Aussagen am Mittwoch. „Als LSAP Düdelingen verurteilen wir die jüngsten Äußerungen einer Kandidatin der Düdelinger ‚déi Lénk‘ auf das Schärfste“, heißt es auf Facebook. Menschen in der Wüste auszusetzen oder auf See ihrem Schicksal zu überlassen, dürfe niemals als politische Lösung dargestellt werden. Derartige Äußerungen seien „unmenschlich und unverantwortlich und stehen in völligem Widerspruch zu den Grundwerten einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft“. Der Beitrag verweist auf die Satire-Seite „Äppel“, deren Betreiber einen Screenshot des Kommentars veröffentlicht und kritisiert hatten.
Die Sozialisten betonen, politische Debatten müssten auch bei schwierigen Themen stets respektvoll und auf der Grundlage demokratischer Werte durchgeführt werden. (les)