Theater

Zwischen Kolonialerbe und Teenagerdrama: Stolen Ground im Kapuzinertheater

In Anna Leaders „Stolen Ground“ treffen zwei Teenagerinnen aus unterschiedlichen sozialen und ethnischen Hintergründen aufeinander und müssen sich mit den unaufgearbeiteten Schatten des Kolonialismus auseinandersetzen. Regisseur Richard Twyman inszeniert das Stück mit einer Balance aus Tiefe und Leichtigkeit im Kapuzinertheater.

Zwei unterschiedliche Mädchen treffen aufeinander: „Stolen Ground“ von Anna Leader

Zwei unterschiedliche Mädchen treffen aufeinander: „Stolen Ground“ von Anna Leader Foto: Bohumil Kostohryz

Ein grelles stroboskopisches Aufblitzen bringt den vollen Saal des Kapuzinertheaters auf einen Schlag zum Schweigen. Auf dem kargen Bühnendekor aus rotem Sandstein tauchen zwei junge Frauen auf, bepackt mit Koffern. Die eine Weiß (Dorothée Neff), die andere Schwarz (Shayde Sinclair), und wie sich herausstellt, sind sie beide gewissermaßen nach Hause gekommen: Das Weiße Mädchen hat ihre Schwarze Freundin über Weihnachten ins Haus ihres Großvaters in einer nicht näher benannten, ehemaligen Kolonie des britischen Empires eingeladen. Und zwar an den Ort, von dem die Mutter der schwarzen Freundin einst ins Motherland zog. Es hätte die Koffer nicht gebraucht, um dem Zuschauer zu vermitteln: Hier ist man mit schwerem Gepäck angereist.

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