Theater

Zwischen Dosenfutter und Piña Colada: Moritz Schönecker inszeniert Ian De Toffolis „Staycation“

In einer Welt, in der längst nicht mehr alles ist, wie es scheint, und in der ostentativer Hedonismus auf sämtlichen sozialen Plattformen nicht erst seit heute zur Normalität geworden ist, wächst auch der Druck auf das Individuum, diesem Standard gerecht zu werden. Da darf man, wie uns auch Ian De Toffolis Komödie „Staycation“ im Kasemattentheater vor Augen führt, schon mal einen Luxusurlaub auf den Kanaren vortäuschen, nur um sich am Glanze dieser digitalen Fake-Realität ergötzen zu können.

Um mit der Schein-Welt in den sozialen Medien mithalten zu können, täuschen Birgit und Jochen einen Luxusurlaub vor

Um mit der Schein-Welt in den sozialen Medien mithalten zu können, täuschen Birgit und Jochen einen Luxusurlaub vor Photo: Tete Queiroga

Zwei Wochen Familienurlaub in einem All-inclusive-Hotel auf der beliebten Ferieninsel Lanzarote. Während die frische Meeresbrise einen noch vor der baldig eintretenden Hitze schützt, genießt man das exotische Frühstück am Strand, bevor man sich später zum ausgiebigen Sonnenbaden an den Pool oder auf eine der touristischen Entdeckungsreisen begibt. Abends dann Sonnenuntergang über dem endlosen Atlantik und Cocktailschlürfen an der schicken Hotelbar. Was nach einem typischen Aufenthalt in einem der Massentourismus-Paläste an der kanarischen Küste klingt, ist eigentlich ein inszenierter Luxusurlaub im Keller eines schäbigen Einfamilienhauses.

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