Remerschen
Zehn Jahre Biodiversum: Wie aus einer Kiesgrube ein Naturparadies wurde
Das Biodiversum in Remerschen feierte am Freitag seinen zehnten Geburtstag. Seit 2016 bringt das Besucherzentrum Menschen die Natur des Haff Réimech näher. Ein Kurzbesuch.
Das vom Luxemburger Architekten François Valentiny entworfene Holzgebäude erinnert an den Rumpf eines umgedrehten Bootes und zugleich an ein keltisches Langhaus Foto: Editpress/Julien Garroy
Der Haff Réimech zählt heute zu den bedeutendsten Naturschutzgebieten Luxemburgs. Seine Entstehung in Remerschen, Gemeinde Schengen, verdankt er einer ungewöhnlichen Entwicklung.
Die Wasserflächen und Schilfgürtel sind das Ergebnis jahrzehntelangen Kiesabbaus entlang der Mosel. Rund um und in den „Baggerweieren“ ziehen heute Haubentaucher, Reiher und zahlreiche Zugvögel ihre Bahnen. Eine Oase der Ruhe für Spaziergänger. Vogelbeobachter schätzen das Gebiet, das als Rastplatz für Vögel und als Lebensraum seltener Arten gilt.
Aus einer vom Menschen geprägten Landschaft entwickelte sich nach und nach ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Mit der Eröffnung des Biodiversums im Jahr 2016 erhielt dieses einzigartige Feuchtgebiet ein modernes Besucherzentrum. Seither bringt es Besuchern die Natur- und Artenvielfalt des Haff Réimech näher. Jährlich besuchen mehr als 20.000 Menschen das Biodiversum. Ausstellungen, Führungen und Bildungsprogramme vermitteln Wissen über die Tier- und Pflanzenwelt des Naturschutzgebiets, aber auch über die historische und geologische Entwicklung der Landschaft.
Auch die Architektur des Biodiversums erzählt eine Geschichte. Das vom Luxemburger Architekten François Valentiny entworfene Holzgebäude erinnert an den Rumpf eines umgedrehten Bootes und zugleich an ein keltisches Langhaus. Damit greift es die enge Verbindung der Region zum Wasser und ihre lange Besiedlungsgeschichte auf. Durch die großen Fensterfronten fällt der Blick direkt auf die Weiher und Schilfflächen des Haff Réimech. Die Natur selbst wird Teil der Ausstellung.
Natur vor der Haustür
Das Biodiversum trägt den Namen von Camille Gira. Der 2018 verstorbene Politiker gehört zu den prägenden Figuren des Luxemburger Natur- und Umweltschutzes. Als Staatssekretär und langjähriger Abgeordneter setzte er sich immer wieder für den Erhalt wertvoller Naturräume ein. Wenige Monate nach seinem Tod wurde das Besucherzentrum nach ihm benannt.
Zehn Jahre nach seiner Eröffnung ist das Biodiversum längst zu einem festen Bestandteil der Luxemburger Umweltbildung geworden. Schulklassen, Familien, Naturfreunde und Touristen nutzen das Zentrum, um die besondere Landschaft des Haff Réimech zu entdecken. In einer Zeit, in der der Schutz der biologischen Vielfalt weltweit an Bedeutung gewinnt, bleibt seine Aufgabe aktueller denn je: Wissen zu vermitteln, Verständnis zu schaffen und Menschen für die Natur vor ihrer Haustür zu begeistern.
Weitere Informationen unter: biodiversum.lu.