Filmbesprechung

Wurm drin? Denis Villeneuves „Dune“-Verfilmung

37 Jahre, nachdem Kultregisseur David Lynch an der Verfilmung von Frank Herberts Epos „Dune“ scheiterte, wagt sich der Frankokanadier Denis Villeneuve an die zweite Verfilmung des Science-Fiction-Romans. Das Resultat ist ein spannender, visuell anspruchsvoller, jedoch überladener Streifen mit zu dünn gezeichneten Figuren, dessen Zweiteilung abrupt wirkt.

Warten auf den Wüstenwurm: Paul Atreides (Timothée Chalamet) und seine Mutter Lady Jessica (Rebecca Ferguson)

Warten auf den Wüstenwurm: Paul Atreides (Timothée Chalamet) und seine Mutter Lady Jessica (Rebecca Ferguson) Screenshot: Warner Bros Pictures

Fast hätte man vergessen, dass es sie mal gab, die in der Regel schwülstigen, geld- und effektverbratenden Blockbuster aus der von Sexskandalen etwas angekratzten Traumschmiede. Denn seit der Wiedereröffnung der Kinos gibt es dort zwei große Abwesende: das Publikum und Hollywood. Der Einzige, den die Pandemie und die seither schwindenden Einnahmen vergangenen Sommer wenig kümmerten, war Christopher Nolan, der wohl ahnte, dass sein Palindrom-Mindfuck „Tenet“ eh auf Unverständnis stoßen würde. „Dune“ ist der erste einer Reihe von Franchise-Filmen, auf die man sich trotz vorhersehbarer Enttäuschungen irgendwie freut – vielleicht, weil man so lange nichts mehr von James Bond, Neo („Matrix Resurrections“) oder Bruce Wayne („The Batman“) gehört hat. Weil in diesen Fortsetzungen oder Reboots ausschließlich weiße und männliche Hauptfiguren auf die Leinwand gebracht werden, riskieren diese alten Helden jedoch, ein archaisches Weltbild zu zementieren.

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