Luxemburger Tierfotograf

Wombats – die Bären Tasmaniens, die nur selten trinken müssen

In fast allen Lebensräumen Tasmaniens, von der Heide an der Küste bis hoch in die alpinen Regionen, krauchen abends die Wombats aus ihren Höhlen.

Ein schlafendes Wombat auf Maria Island, einem der besten Orte, um Wombats zu beobachten. Hier sind die Tiere auch tagsüber aktiv und zeigen fast keine Scheu.

Ein schlafendes Wombat auf Maria Island, einem der besten Orte, um Wombats zu beobachten. Hier sind die Tiere auch tagsüber aktiv und zeigen fast keine Scheu. Foto: Sören Salvatore

Wombats haben einen kräftigen Körper, der auf kurzen, muskulösen Beinen steht, doch außer ihrem bärenähnlichen Körperbau haben sie nichts mit Bären zu tun. Sie werden bis zu 1,3 m lang, 36 kg schwer und ernähren sich ausschließlich von pflanzlicher Nahrung. Wombats gibt es nur in Australien. Zwei Arten der Haarnasenwombats und eine Art der Nacktnasenwombats beheimaten den australischen Kontinent.

Der Autor

Sören Salvatore in seiner neuen Heimat Hobart, Tasmanien

Sören Salvatore in seiner neuen Heimat Hobart, Tasmanien Foto: Sören Salvatore

Anfang 2023 ist Sören Salvatore, passionierter Ornithologe und Naturfotograf, nach Tasmanien ausgewandert. Hier lebt der Luxemburger in der Stadt Hobart mit seiner kanadischen Partnerin, arbeitet als Wildökologe und führt Vogelbeobachtungs-Touren.

In Tasmanien leben ausschließlich Nacktnasenwombats. Sie verbringen ihren Tag damit, in tiefen, langen Höhlen zu schlafen, und kommen in den Abendstunden raus, um zu grasen. Mit ihren scharfen Krallen graben sie bis zu 20 m lange Tunnel, die über 2 m unter die Erdoberfläche gehen können. Das macht sie zu regelrechten Ökosystem-Ingenieuren, denn mit ihrem Graben helfen sie, stark verdichtete Böden zu lockern, verbessern die Wasseraufnahme und fördern den Kreislauf organischer Nährstoffe. Außerdem werden die Tunnel bei Buschfeuer wichtige Zufluchtsorte für viele andere Tiere. In sehr trockenen Monaten können sie auch als Wasserspeicher dienen und ganze Ökosysteme mit am Leben halten.

Wombats sind Einzelgänger und können bei ihren abendlichen Rundgängen mehrere Kilometer abgehen. Dabei besuchen sie ihre (bis zu vier) Höhlen im Revier und ruhen sich aus beziehungsweise kümmern sich darum, die Höhlen instandzuhalten. Da sich die Reviere oft überschneiden, werden diese Höhlen auch geteilt, aber immer nur von einem Wombat gleichzeitig bewohnt.

Wombats sitzen und schlafen im Winter auch tagsüber draußen, um sich in der Sonne aufzuwärmen. Die scharfen Zähne werden auch zur Verteidigung der Reviere genutzt.

Wombats sitzen und schlafen im Winter auch tagsüber draußen, um sich in der Sonne aufzuwärmen. Die scharfen Zähne werden auch zur Verteidigung der Reviere genutzt. Foto: Sören Salvatore

Beim Grasen tolerieren Wombats keine Gesellschaft und jagen Eindringlinge auch mal mit kräftigen Bissen davon. Sie ernähren sich insbesondere von Gräsern und Kräutern und graben in mageren Zeiten auch Wurzeln aus. Ihren Wasserbedarf decken sie fast ausschließlich mit ihrer pflanzlichen Nahrung ab und müssen selten trinken. Dazu haben sie einen speziellen, langen Darm, der von kräftigen Muskeln umgeben ist, um auch die letzten Tropfen Wasser aus ihrer Nahrung zu entziehen. Dadurch entsteht auch der für Wombats charakteristische quadratische Kot. Diese Kotwürfel nutzen Wombats auch dazu, ihre Reviere zu markieren und Duftmarken zu hinterlassen. Der Kot wird meistens auf etwas erhöhten Stellen wie Steinen oder Baumstämmen abgelegt, wurde aber auch schon auf frischen Pilzen oder sogar auf aufrechten Stöcken gefunden.

Grasendes Wombat bei Sonnenuntergang im Nordwesten Tasmaniens. Wombats sind vor allem dämmerungsaktiv.

Grasendes Wombat bei Sonnenuntergang im Nordwesten Tasmaniens. Wombats sind vor allem dämmerungsaktiv. Foto: Sören Salvatore

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