Luxemburg-Stadt

„Wir sind mit unserem Latein am Ende“: Stadt hält an Zwangsräumung fest

Wer trägt Verantwortung, wenn Menschen den Alltag nicht mehr alleine bewältigen können? Der drohende Wohnungsverlust eines Paares in Luxemburg-Stadt zeigt die Grenzen der Sozialhilfe auf.

Zugemauerte Wohnungen unter der Brücke zur Ville Haute in der Stadt Luxemburg, historische Architektur am Flussufer

Zugemauerte Wohnungen der Stadt Luxemburg am Fuß der Brücke zur „Ville Haute“ Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Sie leben in einer Sozialwohnung der Stadt Luxemburg. Anfang November wurde der Strom abgestellt. Seitdem können sie weder warm duschen noch kochen. Sie essen kalt aus den Dosen, sagt Francis. Er und Chantal wohnen zusammen. Im Herbst verlor der 53-jährige gelernte Landschaftsgärtner Francis seine Stelle in Grevenmacher. Er muss auf der Straße um Geld betteln. Chantal ist hoch verschuldet und arbeitsunfähig. Dann kommt der Brief: Ende Januar soll ein Gerichtsvollzieher mit der Zwangsräumung beginnen.

Das Paar ist in Kontakt mit dem gemeinnützigen Verein „Solidaritéit mat den Heescherten“. Dort fanden Chantal und Francis kurz vor Weihnachten Unterstützung durch die beiden Rentner Guy Foetz („déi Lénk“) und Marie-Marthe Muller (LSAP). Sie sind es, die dieses Treffen am Freitagmorgen organisiert haben. Um zu helfen, kontaktierte die Gemeinderätin Muller zudem das Sozialamt, den „Service Logement“ und die Schöffin Corinne Cahen (DP).

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