Vorhersagen

Wie weiß wird Luxemburg? Vorhersagen driften auseinander – aber ein paar Zentimeter sind drin

Wer in den vergangenen Tagen die Nase in den Wind gehalten hat, konnte spüren: Da liegt mehr als nur ein Hauch von Winter in der Luft. Und dass es in den kommenden Tagen kalt wird und bleibt und dass da auch schon etwas Weißes vom Himmel fallen wird – darüber ist sich auch die Fachwelt einig, die andere Hilfsmittel nutzt als Nase und Bauchgefühl. Ziemlich weit auseinander gehen die Ansichten dazu, wie viel Schnee in den nächsten Tagen herunterkommt – und ob das überhaupt nennenswert liegen bleiben kann, angesichts der Temperaturen, die immer so um den Gefrierpunkt herum torkeln.

Bei diesem Anblick wäre der Schnee nicht das Hauptproblem: In Luxemburg sollten aber weder die Schneehöhen noch die Fauna nach sibirischen Verhältnissen sein 

Bei diesem Anblick wäre der Schnee nicht das Hauptproblem: In Luxemburg sollten aber weder die Schneehöhen noch die Fauna nach sibirischen Verhältnissen sein  Foto: Pixabay

Der staatliche Wetterdienst Meteolux sieht für den anstehenden Freitagabend jedenfalls wenig Chancen für (oder, je nach Sichtweise, Gefahr von) Schneefall: „Bei einem stark bewölkten Himmel kommt es zeitweise zu leichten Schauern“, heißt es im aktuellen Bulletin. Zwar könnten, besonders in den Anhöhen, einzelne Schneeflocken in den Niederschlägen vermischt sein, doch „die zweite Hälfte der kommenden Nacht verläuft meist trocken“. Die Temperaturen bleiben auch mit dem Tiefstwert von 3 °C doch relativ hoch. Aber trotzdem sollten Verkehrsteilnehmer auf der Straße besonders gut aufpassen: Es drohen „örtlich glatte Straßen, verursacht durch Reif“, warnt Meteolux.

So ähnlich geht es über das Wochenende weiter, bis beim Montag dann doch noch mal eine einsame Schneeflocke als Symbol in der Vorschau auftaucht: Bei Temperaturen von -1 bis 2 °C kommt es zu leichtem Schneefall, der sich zwei bis vier Zentimeter hoch auftürmt, prognostiziert man am Findel. Ab Dienstag ist damit aber schon wieder Schluss, da die Niederschlagsmenge mit null Litern vorhergesagt wird, während die Sonnenstunden sogar wieder zunehmen.

Wer noch Sommerreifen montiert hat, muss wohl das Auto für einige Tage stehen lassen

Wer noch Sommerreifen montiert hat, muss wohl das Auto für einige Tage stehen lassen Foto: Pixabay

Im Unterschied zu den staatlichen Wetterexperten betrachtet der private Wetterdienst Météo Boulaide immer gleich einen Satz verschiedener Wettermodelle. Die driften in ihren Vorhersagen oft etwas auseinander – was bei Wetterlagen, die gerade an irgendwelchen Grenzen liegen, das Geschehen natürlich etwas spannender macht.

Betreiber Philippe Ernzer sieht auf jeden Fall die Möglichkeit für „starken Schneefall“, der zum Wochenanfang auch den Berufsverkehr treffen könnte. Im wahrsten Sinne des Wortes Dreh- und Angelpunkt ist dabei ein Tiefdruckgebiet, das von den Britischen Inseln in Richtung Luxemburg zieht.

Sommerreifen sind tabu

„Wie viel Schnee fällt, hängt davon ab, wie genau sich der Kern des Tiefdruckgebiets bewegt – schon wenige Kilometer können einen großen Einfluss auf die Schneemenge haben“, erklärt Ernzer. Ab Montagmorgen werden sich die Niederschläge über mehrere Stunden über das Land ausbreiten. Und gehe es nach dem US-amerikanischen Wettermodell GFS, „dürfte es sogar bis in die Nacht zum Dienstag schneien“.

Auch das europäische Modell ECMWF stütze diese Prognose. Dabei wären sogar „größere Mengen nicht unmöglich“. Der deutsche Wetterdienst zufolge ziehe das Tief allerdings ein gutes Stück weiter nördlich durch – dann sei vor allem in höheren Lagen mit stärkerem Schneefall zu rechnen. Die Prognosen zu den anfallenden Schneemengen gehen so stark auseinander, dass auch der berechnete Durchschnitt noch von 3,25 bis 7,25 Zentimeter im Norden reicht. Im Süden seien ein bis 3,3 Zentimeter zu erwarten. (Jeweils bezogen auf Dienstag, 6 Uhr.)

So oder so sind das eindeutig winterliche Verhältnisse: Wer sich bei solchen (also bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte) mit einem Auto auf der Straße bewegt, ist darum verpflichtet, Winterreifen oder Allwetterreifen (mit der Kennzeichnung „M+S“) zu nutzen. Die Missachtung der Winterreifenpflicht wird mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung in Höhe von 74 Euro bestraft – und kann im Schadensfall den Versicherungsschutz kosten.

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