Luxemburg
Wie verschleppte Abwasserpolitik dem Wohnungsbau in die Quere kommt
Der Wohnungsbau in Luxemburg steht vor großen Herausforderungen: Überlastete Kläranlagen und verschleppter Wasserschutz bremsen die Entwicklung. Warum die Abwasserinfrastruktur dem Wachstum nicht mehr folgt und wie das die Zukunft neuer Bauprojekte gefährdet.
Ein Blick auf die neuen Klärbecken der SIVEC-Anlage in Schifflingen Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Noch zeugen verrostete Fabrikhallen sowie Kühl- und Wasserturm von der industriellen Vergangenheit zwischen Esch und Schifflingen. Daneben fließt die Alzette im Betonbett. Ab 2031 sollen hier die ersten von 10.000 Einwohnern einziehen: die Rede ist vom Metzeschmelz-Viertel. Das anfallende Abwasser wird in der Kläranlage von Schifflingen (SIVEC) aufbereitet. Deren Auslastung spielt eine tragende Rolle bei der Ausweisung neuer Bauflächen: Wenn mehr Wohnungen entstehen sollen, dann unter der Bedingung, dass das anfallende Abwasser aufbereitet werden kann. Auf Nachfrage verweist das Wasserwirtschaftsamt (AGE) hierzu auf Artikel 46 des Wassergesetzes: „Une nouvelle zone destinée à être urbanisée ne peut être désignée et le statut d'une zone d'aménagement différée ne peut être levé que si les infrastructures d'assainissement sont assurées.“
Laut AGE wird bei der Planung von Kläranlagen daher eine Tabelle mit Einwohnergleichwerten (EGW) aufgestellt, bei dem auch die zukünftigen Bedarfe und Projekte festgehalten werden: „Jede zusätzliche Last, die nicht vorgesehen war, riskiert, zu einer potenziellen Überlastung der Kläranlage beizutragen, wodurch das Einhalten der Auslaufwerte nicht mehr garantiert ist.“