„Demenz darf kein Grund sein, sich zu schämen“
Wie sich der Umgang mit der Krankheit in zehn Jahren Info-Zentrum verändert hat
Zehn Jahre nach seiner Gründung zieht das Info-Zentrum Demenz Bilanz. Leiterin Christine Dahm-Mathonet spricht über wachsenden Informationsbedarf, hartnäckige Tabus und die Vision eines demenzfreundlichen Luxemburgs.
Christine Dahm-Mathonat vom Info-Zenter Demenz setzt sich für eine demenzfreundlichere Gesellschaft in Luxemburg ein Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Tageblatt: Seit 10 Jahren engagiert sich das Info-Zenter Demenz für mehr Aufklärung zum Thema. Sind die Menschen heute stärker für das Thema Demenz sensibilisiert?
Christine Dahm-Mathonet: Teilweise schon. Allgemein ist Demenz sichtbarer. Das liegt auch daran, dass immer mehr Menschen mit dem Thema in Berührung kommen. Schätzungen zufolge leben derzeit mehr als 9.200 Menschen mit Demenz in Luxemburg. Auch in der luxemburgischen Presse erscheinen deutlich mehr Artikel. Das ist eine positive Entwicklung. Trotzdem gibt es noch immer ein gewisses Tabu. Betroffene verstecken sich, trauen sich teilweise nicht, in die Öffentlichkeit zu gehen, oder werden belächelt. Natürlich ist Demenz eine schwierige Erkrankung, das darf man nicht ausblenden. Aber niemand sollte sich dafür schämen müssen.