Experteninterview
Wie Pestizide das Parkinson-Risiko erhöhen
Seit zwölf Jahren forscht der Neurologe Rejko Krüger in Luxemburg zu den Ursachen neurodegenerativer Erkrankungen wie Parkinson. Umweltgifte wie Pestizide sind eine Ursache von vielen. Nicht nur im Rahmen der Aktion „Ouni Pestiziden“ ist er ein gefragter Experte. Als Professor für Neurowissenschaft gibt er sein Wissen an der Uni.lu an Studierende weiter.
Für die Erkrankung an Parkinson spielen genetische wie auch Umweltfaktoren eine Rolle, wie der Neurologe Rejko Krüger, hieer 2019 bei einem Vortrag auf Belval, feststellt Foto: Editpress/Julien Garroy
Tageblatt: Sie haben als Neurologe mehrere Hüte auf: Wissenschaft, Koordination und Sie sehen Patienten. Ist die Forschung sich darüber einig, dass es einen Zusammenhang zwischen Parkinson und dem Verzehr und Einsatz von Pestiziden gibt?
Rejko Krüger: Wir als Forschende haben gelernt, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen, aber eben auch Umweltfaktoren. Das erste Umweltgift, das mit Parkinson in Verbindung gebracht werden konnte, war in den 80er-Jahren ein Nebenprodukt, das bei der Synthese von Drogen entsteht. Abhängige von synthetischen Drogen in den USA bekamen auffällig oft Parkinson.