Theater
Wenn Liebe krank macht
Warum eigentlich immer wieder Goethe, Schiller und Co.? Diese Frage mag sich vermutlich so manch einer stellen. Dabei ist die Antwort doch so offensichtlich, zumal keiner dieser Autoren auch nach so vielen Jahrzehnten an Aktualität verloren hat. Das zeigt uns auch der Dramaturg Boris C. Motzki, dessen „Werther“ nach Johann Wolfgang Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ in einer Inszenierung von Brit Bartkowiak am vergangenen Wochenende im Escher Theater aufgeführt wurde. Denn Goethes Frühwerk des Sturm und Drang ist durchaus mehr als ein in die Jahre gekommener Briefroman, der heute wohl bei vielen zu Hause im Regal als gelbes Reclam-Heft zu verstauben droht.
Eine Bühne wie eine Baustelle Foto: Andreas Etter
Die Bühne gleicht einer Baustelle: Malutensilien, Gerüste und Abdeckfolie geben den Anschein eines unvollendeten Bühnenbilds, was schließlich doch recht gut zu den angeblich unvorbereiteten Schauspielern passt. Scheinbar überrascht, dass überhaupt Zuschauer und Zuschauerinnen im Theatersaal Platz gefunden haben (immerhin bleiben die Kulturinstitutionen in Deutschland, also auch das Staatstheater Mainz, in dem dieses Stück entstanden ist, weiterhin geschlossen), versuchen Lisa Eder, Julian von Hansemann und Denis Larisch sich der geplanten Aufführung von Goethes „Werther“ anzunähern.