Der Politflüsterer

„Welt am Abgrund“ und großer Wechsel im Escher Schöffenrat

Eine nörgelnde Prinzessin, Politik in der „Minettemetropole“, Glaube und Zweifel sowie das Pissoir als „Safe Space“ für einen ADR-Politiker, das sind die Themen, mit denen sich der Politflüsterer diese Woche beschäftigt.

Mann nutzt Pissoir als Safe Space – politisches Statement von ADR-Politiker zur Männergesundheit und gesellschaftlichen Themen

Laut ADR-Politiker: das Pissoir als Safe Space für den Mann Foto: Editpress/Julien Garroy

„Monarchie am Abgrund“, liest der Politflüsterer jüngst in seiner Lieblingstageszeitung. Und denkt kurz: Welt am Abgrund. Ganz so schlimm ist es nicht. Aber was sich diese Dame aus dem norwegischen Königshaus da geleistet haben soll, das ist selbst für den Politflüsterer: unsouverän. Sie habe die Hochzeit 2012 von Guillaume und Stéphanie langweilig gefunden.

Was hat Frau Mette-Marit denn erwartet? Eine dieser legendären Partys im Epstein-Style, an die sich nachher niemand mehr erinnern will? Eins dürfte in großherzoglichen Kreisen jedenfalls nun klar sein: „Die Frau wird nie, nie wieder eingeladen.“

Nicht am Abgrund, aber offenbar vor einer Neuordnung im Kleinen steht der Escher Schöffenrat. Nicht nur zu einem Wechsel soll es kommen, wie letzte Woche angedeutet, sondern gleich zu mehreren.

Im Herbst: Bei „déi gréng“ sollen Mandy Ragni und Meris Sehovic die Plätze tauschen – sie Schöffin, er Gemeinderatsmitglied. Auch bei Pim Knaff und Daliah Scholl (DP), ebenfalls ein Positionswechsel, so das Geflüster. Und dann noch ein Abgang: André Zwally, CSV-Urgestein, ziehe sich ganz aus dem Gemeinderat zurück. Seinen Schöffenposten werde Pascal Bermes übernehmen, heißt es.

Und Bruno Cavaleiro? Der bleibt. Und wird wohl mithelfen, dass Bürgermeister Christian Weis mit den „Neuen“ auf Kurs bleibt – bis zu den nächsten Wahlen.

Anderes Thema, sehr aktuell. Was soll man noch glauben, auf Anhieb? Der eine sagt so, der andere so. Und der Politflüsterer fragt sich: Geht es wirklich immer darum, recht zu behalten? Oder eher darum, Zweifel zu säen, in der Hoffnung, dass die Menschen desinteressiert abwinken und sagen: „Ach, die sind doch alle gleich“? Oder: „Im Zweifel für den Angeklagten.“ Dabei bleibt die eigentliche Frage stets: Wer ist Kläger – und wer Angeklagter?

Für ADR-Tom scheint die Welt weniger kompliziert. Eher streng binär. „Safe Space für Männer“, nennt er deshalb das Pissoir. Ein Satz, der so viel verrät, dass man fast dankbar sein müsste, wenn er nicht so unerquicklich wäre.

Wenn Weidig dann mit dem Kopf vor der Wand steht und pinkelnd über das Mannsein nachdenkt, könnte ihm doch auch in den Sinn kommen, dass der Shared Space der vielleicht sicherste Ort ist – für alle. Vor allem, wenn man ihn nicht mit Identitätspolitik verwechselt, sondern schlicht mit Zivilisation: der stillen Fähigkeit, nebeneinander zu existieren, ohne gleich eine Front daraus zu machen.

Der Politflüsterer versteht die ganze Aufregung nicht. Vielleicht befolgt er den Rat einer Kollegin und legt sich zum Nachdenken in die Wanne seines geliebten Unisex-Badezimmers zu Hause.

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