Serie: Rassismus in Luxemburg
Weiße Schönheitsideale in Luxemburg: Aufwachsen ohne schwarze Vorbilder
Wer Lucy Angeloni live oder auf Bildern sieht, dem fallen ihre langen, dunklen Locken sofort auf: „Medusa“ nennt sich die internationale Tänzerin, weil ihre Haare „tun, was sie wollen, ein bisschen wie Schlangen“. Die Verbindung zur polarisierenden Figur der griechischen Mythologie war für Lucy jedoch nicht immer ein willkommener Vergleich. Lange Zeit bereiteten ihre Haare ihr Unbehagen, denn die junge Frau schämte sich als Kind für ihr Aussehen. Heute arbeitet Lucy als Erzieherin, Tänzerin und Model und will ihr Durchsetzungsvermögen mittels Aufklärung über Themen wie Rassismus an andere weitergeben.
Ihren Afro mit Stolz zu tragen, war für Lucy Angeloni nicht immer einfach, denn in der Gesellschaft fehlte es an Vorbildern Foto: Privat
Sie ist eine Kämpfernatur und weiß, was es bedeutet, sich nicht immer wohl in der eigenen Haut zu fühlen. Lucy Angeloni präsentiert sich heute als starke Powerfrau, die sich für ihre Werte einsetzt und ein Vorbild für andere sein will. Ihre Stärke musste sie sich allerdings hart erarbeiten, denn nicht immer war die gebürtige Luxemburgerin mit brasilianischen Wurzeln so selbstsicher wie jetzt. „Ich war die einzige Schwarze in meiner Klasse und habe schnell gemerkt, dass ich nicht wie meine Mitschüler aussehe. Das hat dazu geführt, dass ich mich nicht hübsch fand“, sagt Lucy, unter Tänzern bekannt als „Lucy Medusa“. Mal mit Afro-Mähne, mal mit geflochtenen Braids – einer Flechtfrisur aus vielen einzelnen Zöpfen – steht die Künstlerin heute für einen Look ein, mit dem sie selbst lange zu kämpfen hatte.