Tennisballgroßer Hagel in Flandern
Verheerende Unwetter toben nur einen Katzensprung von Luxemburg entfernt
Das große Hoch hat sich verabschiedet, und der Kontrast zur vergangenen Woche könnte kaum größer sein. Während Luxemburg noch die letzten milden Ausläufer genießt, hat das Wochenende in unmittelbarer Nachbarschaft eindrücklich gezeigt, wozu diese Wetterlage fähig war.
In der Sambre-Maas-Gegend fielen enorme Regenmengen, zumal die Gewitterzellen über viele Stunden kaum weiterzogen Foto: Unsplash/Abhishek Tewari
Was sich am Samstag und in der Nacht auf Sonntag in Teilen Belgiens abgespielt hat, war für die Betroffenen verheerend – und das alles nur einen Steinwurf von Luxemburg entfernt. Im Raum Fleurus, Sambreville und Charleroi kamen laut Radardaten über 200 Liter pro Quadratmeter zusammen, eine nahe gelegene Messstation registrierte noch 112,8 Liter. Südwestlich von Lüttich, im Raum Amay, Seraing und Nandrin, wurden innerhalb weniger Stunden zwischen 75 und 130 Liter gemessen. Menschen mussten von Hausdächern gerettet werden, Straßen und Bahnstrecken wurden unpassierbar, Teile von Auvelais und Velaine-sur-Sambre standen zeitweise ohne Trinkwasser da.
In Flandern war es die Hagelgröße, die für Aufsehen sorgte. In weiten Teilen von Vlaams-Brabant und der Provinz Antwerpen fielen Hagelkörner von bis zu sieben Zentimetern Durchmesser, also annähernd Tennisballgröße. Gemeldet wurde dies unter anderem aus Puurs-Sint-Amands und dem benachbarten Oppuurs. Veranda-Dächer wurden durchlöchert, Autoscheiben zersplittert, Karosserien verbeult. Auf einem Festival in Liezele wurden rund 30 Besucher durch den Hagel leicht verletzt. Schulen öffneten am Montag mit notdürftig reparierten Dächern, einzelne Gebäude blieben teilweise unbenutzbar. All das spielte sich keine 200 Kilometer von Luxemburg entfernt ab.