Energie

„Was Dalheim kann, können wir schon lange“: Auch in Mondorf soll ein Windpark entstehen

Sieben Jahre lang wurde geplant, nun wird es konkret: 2027/2028 soll eine Windkraftanlage in der Gemeinde Mondorf gebaut werden. Die Bürger sind vorsichtig optimistisch.

Blick von Rue Paul Verlaine auf geplante Windanlage 2029 in Mondorff, Gemeinde Dalheim, nachhaltige Landschaft mit Windrädern

So könnte das Landschaftsbild in der Gemeinde Mondorf 2029 aussehen. Das ist die Sicht von der rue Paul Verlaine im französischen Mondorff. Die vordere Anlage ist die neu geplante Mondorfer Windanlage, die hintere eine der zwei bestehenden in Dalheim. Fotomontage: Soler

„Wenn wir mehr grünen Strom nutzen und unabhängiger von Energieimporten werden wollen, dann brauchen wir mehr solcher Projekte. Sich dagegen zu sperren, wäre schlichtweg unsinnig“, sagt ein älterer Mondorfer Bürger nach der Informationsveranstaltung am Donnerstagabend. Fast anderthalb Stunden lang informierten die Experten des Unternehmens Soler gemeinsam mit Bürgermeister Steve Reckel über das geplante Vorhaben.

Seit sieben Jahren planen die Verantwortlichen den Bau eines Windparks. Die Gründe für die lange Planungsphase sieht Reckel im Gespräch mit dem Tageblatt vor allem in den aufwendigen Studien und Genehmigungsverfahren, die erforderlich sind. „Ich verstehe, dass die verschiedenen Auswirkungen sorgfältig geprüft werden müssen. Aber warum dauert es immer so lange, bis alle notwendigen Unterlagen beisammen sind?“, ärgert er sich. Hier müssten die Ministerien dringend nachbessern. Eigentlich sei man in solchen Fragen gerne Vorreiter, nun wolle man zumindest nachziehen. „Was Dalheim kann, können wir schon lange“, betont Reckel.

Soler-Projektmanagerin Anne Slunecko erläuterte das Vorgehen des Unternehmens bei der Standortsuche im Detail. Dabei wurde deutlich, dass Soler mit den typischen Fragen und Sorgen der Bürger bei solchen Projekten vertraut ist. Viele der Folien und Erklärungen waren gezielt darauf ausgerichtet, mögliche Zweifel von vornherein auszuräumen.

Zunächst seien auf dem gesamten Gemeindegebiet jene Flächen ausgeschlossen worden, die nicht bebaubar sind – etwa weil sie zu nah an Ortschaften, an Naturschutzgebieten oder am bestehenden Windpark in Dalheim liegen. Hier gebe es „strenge Auflagen“. Übrig geblieben sei nur ein Bruchteil der ursprünglichen Fläche. Drei potenzielle Standorte hätten die Experten identifiziert, an denen anschließend vertiefende Studien durchgeführt wurden.

Untersucht wurden unter anderem die Auswirkungen auf Flora und Fauna – insbesondere auf Fledermäuse und Vögel –, mögliche Schall-, Infraschall- und Schattenbelastungen durch die Anlage, die spätere Sichtbarkeit im Landschaftsbild sowie die Beschaffenheit des Untergrunds. Slunecko ging dabei auch darauf ein, wie sich durch gezielte Abschaltungen zu bestimmten Zeiten sowie durch Kompensationsmaßnahmen die Auswirkungen weiter reduzieren ließen. Zwei der drei Standorte schieden nach diesen Prüfungen aus. Der verbleibende Standort liegt nun abgelegen zwischen dem CR146 und der A13 (grüner Punkt auf der Karte).

Grüner Punkt markiert geplanten Mondorfer Windpark-Standort, violette Punkte zeigen bestehende Windanlagen in Dalheim.

Der grüne Punkt bezeichnet den geplanten Standort des Mondorfer Windparks. Die violetten Punkte sind die beiden Anlagen in Dalheim. Karte: Soler

Bürgerbeteiligung soll möglich sein

Die benötigte Fläche soll von den betroffenen Grundstückseigentümern gepachtet werden, die dem Vorhaben bereits zugestimmt haben. Geplant ist eine Windenergieanlage der neuesten Generation mit einer Leistung von 7.000 Kilowatt. Die geschätzte Jahresproduktion liegt bei rund 17 Millionen Kilowattstunden, was dem jährlichen Stromverbrauch von 3.777 Vier-Personen-Haushalten entspricht. Etwa 6.239 Tonnen CO₂ könnten so pro Jahr eingespart werden. Die Windanlage wird insgesamt etwa 260 Meter hoch. Die Gondel wird sich in 174,5 Metern Höhe befinden, der Rotor eine Spannweite von 175 Metern haben. Der Sockel der Anlage misst 28,4 Meter im Durchmesser und ist drei Meter hoch.

Noch ausstehend sind präventive archäologische Untersuchungen und gegebenenfalls Ausgrabungen, da es Hinweise auf eine römische Villa am Standort gibt. „Wir sind dabei, alle notwendigen Genehmigungen zu erhalten“, sagt Slunecko. Die Bauzeit ist derzeit für 2027 bis 2028 vorgesehen. Nach Abschluss des Projekts soll eine Bürgerbeteiligung möglich sein: Die Gemeinde will sich mit zehn Prozent beteiligen, Bürgerinnen und Bürger sollen sich ab 2029 ebenfalls mit bis zu zehn Prozent einkaufen können.

Großer Gegenwind schlug Soler und dem Bürgermeister nach der Präsentation nicht entgegen. Zahlreiche technische Fragen wurden gestellt: Wo werden die Stromkabel verlaufen? Welche Auswirkungen hat die Anlage auf Zugvögel? Doch die Experten hatten auf die meisten Fragen schlüssige Antworten. „Es ist ein sinnvolles Projekt“, lautete der Tenor beim anschließenden Austausch. Man hoffe jedoch, dass die Kommunikation von Soler weiterhin so transparent und detailliert bleibe – insbesondere wenn die Großbaustelle beginnt. „Das wird schon ganz spektakulär.“

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