Verkehr

Warum die Mitfahr-Radarfallen auf der A3 noch immer keine Schummler blitzen

Die Mitfahrspuren auf der A3 werden eifrig genutzt. Ob nur von Fahrgemeinschaften oder auch von alleinfahrenden Stau-Schummlern, ist aber nicht klar. Denn die speziellen Covoiturage-Blitzer, die seit Anfang Dezember an der Autobahn stehen, sind noch immer nicht in Betrieb.

Spezial-Radarfallen an der A3 prüfen Mitfahrspur auf Mitfahrer zur Verkehrsüberwachung und Blitzerkontrolle

(Noch kein) wachsames Auge: Die Spezial-Radarfallen an der A3 überprüfen, ob Autos auf der Mitfahrspur auch Mitfahrer haben Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Seit dem 1. Dezember stehen sie an der A3, die vier schwarzen Obelisken, etwa einen Kilometer vor den Auf- und Abfahrten des Gaspericher Kreuzes. Jeweils zwei von ihnen blicken auf die Fahrspuren in Richtung Luxemburg, zwei in Richtung Bettemburg. Vom Mittelstreifen schauen sie sich an, wer da über die neuen Covoiturage-Spuren fährt.

Im März 2025 wurden die Mitfahrspuren zwischen Bettemburg und dem Gaspericher Kreuz eröffnet. Befahren werden dürfen sie nur von Bussen und Autos, in denen mindestens zwei Personen sitzen. Wer von den Geräten alleine erwischt wird, muss zahlen.

Zumindest in Zukunft. Denn auch ein Jahr nach Eröffnung der Covoiturage-Spuren sind die jeweils 100.000 Euro teuren Mitfahrblitzer nicht in Betrieb. „Die Radargeräte werden im Laufe des Jahres 2026 in Betrieb genommen“, schreibt Transportministerin Yuriko Backes in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage. Grund sei, dass zuerst die Schilderbrücken mit den dynamischen Anzeigen über der Autobahn fertiggestellt werden.

Erst die Schilderbrücken, dann die Radarfallen

Was haben Schilderbrücken mit Mitfahr-Blitzern zu tun? Das erklärt ein Sprecher von Backes gegenüber dem Tageblatt: Die Anzeigen sollen den Verkehrsteilnehmern „aktuelle Informationen“ liefern. Sie können die Mitfahrspur auch für den allgemeinen Verkehr freigeben. Und zwar ohne dass die Superblitzer heißlaufen und jeder Einzelfahrer ein Knöllchen bekommt.

„Wenn sich beispielsweise ein Unfall ereignet und eine Fahrgemeinschaftsspur vorübergehend für alle Autofahrer geöffnet wird, würde jeder allein fahrende Autofahrer mit einer Geldstrafe bestraft werden, da nicht festzustellen wäre, zu welchem Zeitpunkt die Nutzung dieser Spur erlaubt gewesen wäre“, erklärt der Sprecher.

Blitzerstart noch unklar

Einen genauen Termin für die Inbetriebnahme gibt es noch immer nicht. Die ersten Schilderbrücken werden zwar schon an diesem Wochenende errichtet. Aber auch wenn alle stehen, müsse erst geprüft werden, ob die „dynamische Beschilderung“ und ihre Aktivierung und Deaktivierung auch richtig funktioniere, erklärt der Backes-Sprecher. Auf Grundlage dieser Tests – und in Vereinbarung mit der Polizei – wird dann ein Termin festgelegt, wann genau es losgeht.

Derzeit laufe noch immer die Testphase. Ergebnisse oder gar Statistiken gibt es allerdings keine, denn es werden „keine Analysen“ durchgeführt. „Die Testphasen dienen der Kalibrierung der Geräte“, sagt der Sprecher.

Freie Fahrt für Mitfahr-Schummler also? Nicht unbedingt. „Neben den Radaren führt die großherzogliche Polizei auf der A3 präventive Kontrollen durch“, heißt es aus dem Ministerium. Erwischt die einen Solo-Piloten auf der Gemeinschaftsbahn, werden „mindestens“ 74 Euro fällig.

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