Tag der Luxemburger Sprache

Warum das „Kaweechelchen“ jetzt als Maskottchen für Luxemburgisch wirbt

Mehr als 60 Veranstaltungen, ein Eichhörnchen als Maskottchen und viel Raum für Mehrsprachigkeit: Am 26. September wird im ganzen Land der zweite Tag der luxemburgischen Sprache gefeiert.

Kampagne: Das „Kaweechelchen“ klärt auf über luxemburgische Wörter und Begriffe wie „Seejomes“ oder „Gromperekichelchen“

Kampagne: Das „Kaweechelchen“ klärt auf über luxemburgische Wörter und Begriffe wie „Seejomes“ oder „Gromperekichelchen“ Foto: Kulturministerium

Der 26. September ist nicht zufällig gewählt: Am „Europäischen Tag der Sprachen“ steht die sprachliche und kulturelle Vielfalt Europas im Mittelpunkt.

„Neben der luxemburgischen Sprache werden wir deshalb auch die Mehrsprachigkeit feiern, die unser Land so stark prägt“, sagte Kulturminister Eric Thill (DP). Er stellte am Montag das Programm der zweiten Ausgabe des Tages der luxemburgischen Sprache vor.

Die Premiere sei 2025 ein großer Erfolg gewesen. Darauf werde nun aufgebaut – mit mehr Beteiligten, mehr Aktivitäten und mehr Möglichkeiten, Luxemburgisch zu entdecken.

Der Tag sei Teil des Aktionsplans zur Förderung des Luxemburgischen, erklärte Thill. Ziel sei es, die Sprache nicht nur zum Thema zu machen, sondern sie im Alltag zu leben: in der Familie, in der Schule, am Arbeitsplatz, in den Vereinen und in der Kultur. Zugleich solle die Mehrsprachigkeit als Stärke der Gesellschaft und Teil der Luxemburger Identität hervorgehoben werden.

Eine Sprache muss leben

Luxemburgisch sei gelebtes Kulturerbe, betonte der Minister. Doch eine Sprache lasse sich nicht wie ein Ausstellungsstück konservieren. „Eine Sprache lebt nur, wenn Menschen sie sprechen“ – wenn Kinder sie zu Hause oder in der Schule lernen, Neuankömmlinge sie entdecken und sie in Familien, Vereinen, Kliniken oder Seniorenheimen gesprochen wird.

Luxemburgisch und Mehrsprachigkeit sind keine Gegensätze

Eric Thill

Kulturminister

Luxemburgisch und Mehrsprachigkeit dürften dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Lage zwischen dem deutschen und dem französischen Sprachraum sowie das Zusammenleben vieler Nationalitäten und Kulturen hätten das Land geprägt. „Wir wachsen damit auf, lernen andere Sprachen und jonglieren im Alltag mit ihnen“, sagte Thill. Diese Vielfalt sei Teil der Luxemburger Identität und vielleicht sogar die größte Stärke des Landes. Beide sollen am 26. September gefeiert werden.

Begleitet wird die zweite Ausgabe von einer landesweiten Kampagne. Ihr Maskottchen ist ein Eichhörnchen: „Kaweechelchen“ gehört zu den Lieblingswörtern vieler Menschen, die Luxemburgisch lernen, auch weil es ungewöhnlich klingt und nicht leicht auszusprechen ist.

Unter dem Motto „Dat ass …“ greift die Kampagne auf Plakaten und in den sozialen Medien luxemburgische Wörter und Begriffe wie „Seejomes“ oder „Gromperekichelchen“ auf.

Auf der Internetseite dag.lëtzebuergesch.lu können Gemeinden, Vereine und andere Akteure weiterhin Veranstaltungen anmelden. Ein digitaler Werkzeugkasten ermöglicht es ihnen zudem, eigene Plakate und Beiträge für die sozialen Medien zu gestalten.

Vom Crashkurs bis zum Kinofilm

Mehr als 60 Veranstaltungen sind vorgesehen: von Konferenzen und Crashkursen über Theater- und Filmworkshops bis zu Konzerten, Sprachcafés, Ausstellungen, Spielen, Spaziergängen und Podcasts. Das kostenlose Programm richtet sich an alle Altersgruppen – an Menschen, die Luxemburgisch bereits sprechen, ebenso wie an jene, die die Sprache erst entdecken.

Beim LëtzCamp am 26. September im Nationalen Spracheninstitut INLL in Luxemburg-Stadt kann jeder Ideen und Vorschläge zur Zukunft des Luxemburgischen einbringen. Die Ergebnisse sollen in den nächsten Aktionsplan für die Sprache einfließen.

Ein weiterer Höhepunkt ist die luxemburgische Fassung des preisgekrönten Animationsfilms „De Julian ass eng Nix!“. Sie wird am 26. September um 14 Uhr im CinéStarlight in Düdelingen gezeigt. Der von Jessica Loves Kinderbuch „Julian is a Mermaid“ inspirierte Film läuft auch beim Toronto International Film Festival. Zoe Saldaña ist als Executive Producer beteiligt. Der Eintritt ist frei; kostenlose Karten gibt es beim CinéStarlight.

Einige Veranstaltungen finden bereits vor dem 26. September statt, andere danach. Offiziell endet das Programm am Sonntagnachmittag mit dem Konzert eines Kinderchors im Cube 521 in Marnach. Schulen, Gymnasien und Jugendeinrichtungen greifen das Thema in den folgenden Wochen weiter auf. Das vollständige Programm und eine Übersichtskarte gibt es unter dag.lëtzebuergesch.lu.

Ein Blick voraus: 2027 steht im Zeichen Michel Rodanges, dessen Geburtstag sich zum 200. Mal jährt. Das Jubiläumsjahr soll mehr sein als eine Würdigung des Nationaldichters. Es gehe darum, sein literarisches Erbe neu zu entdecken und nach seiner heutigen Bedeutung für Sprache und Gesellschaft zu fragen, so Thill. Damit knüpfe das Rodange-Jahr unmittelbar an den Tag der luxemburgischen Sprache an.

Pressekonferenz: Kulturminister Eric Thill und Pierre Reding, Kommissar für die luxemburgische Sprache

Pressekonferenz: Kulturminister Eric Thill und Pierre Reding, Kommissar für die luxemburgische Sprache Foto: Kulturministerium

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