Platte der Woche
Vorstadtpop statt Sex & the City: „Dirt Femme“ von Tove Lo fehlt das Feuer der alten Alben
Pop kann dreckig sein und anecken – das hat Tove Lo auf ihren vergangenen Alben eindrucksvoll bewiesen. Auf „Dirt Femme“ gelingt ihr das Kunststück nicht, die Texte sind weichgespült, die Lieder ertrinken in ihren eigenen Synthie-Sounds. Dabei sollte das Album ein kreativer Befreiungsschlag sein. Wieso scheitert der?
Foto: Moni Haworth/Pretty Swede
Erinnern Sie sich an T-Pain? Den Rapper mit der schnieken Brille, der Autotune massentauglich machte? Lange vor Kanye West? Niemand mochte ihn, aber als Feature-Gast durfte er nahezu jeden relevanten Billboard-Künstler der letzten 20 Jahre begleiten, von Pitbull über Snoop Dogg bis Mariah Carey. Weshalb? Weil es cool war, Autotune eklig zu finden, aber die Produzenten den Hype nicht ignorieren wollten. Die Roboterstimme war T-Pains Alleinstellungsmerkmal und er hat sie geradezu brillant kapitalisiert.