Hitzewelle

„Vom Extremfall weit entfernt“ – Hitze sorgt für mehr Patienten in Notaufnahmen

Die aktuelle Hitzewelle stellt auch die Notaufnahmen in den Krankenhäusern vor Herausforderungen. Gefährlich wird es vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen. Doch die Situation ist bislang nicht dramatisch.

Hitzewelle führt zu mehr Patienten in der Notaufnahme wegen hitzebedingter Gesundheitsprobleme

Die Hitzewelle sorgt für einen Anstieg der Patienten in den Notaufnahmen Foto: Alain Rischard

Eine Hitzewelle hat Luxemburg voll im Griff. Während die meisten nach Abkühlung lechzen, müssen die Bediensteten in den Notaufnahmen einen Anstieg an Patienten bewältigen.

Hitzebedingte Gesundheitsprobleme

„Verschiedene Kliniken melden eine erhöhte Aktivität“, schreibt die Pressesprecherin des Gesundheitsministeriums auf Anfrage des Tageblatt. Das führe zu erhöhten Wartezeiten und einer temporären Umverteilung des Personals. Aber: „Die Situation ist aktuell unter Kontrolle und verlangt keine außergewöhnlichen Maßnahmen.“

Das Personal in den Notaufnahmen behandele aktuell vor allem Gesundheitsprobleme wie Dehydrierung, Hitzeschläge oder Schwächeanfälle. Insbesondere am 24. Juni habe es einen Anstieg bei der Aufnahme von Patienten gegeben. „Der Grund dafür dürften die andauernden hohen Temperaturen sein.“ Trotzdem sei es aktuell schwer, alle Veränderungen in den Notaufnahmen alleine der Hitzewelle zuzuschreiben.

„65 Personen wurden seit Montag mit hitzebedingten Gesundheitsproblemen eingeliefert“, antwortet eine Kommunikationsbeauftragte der „Hôpitaux Robert Schuman“ auf Kirchberg. Das entspreche einem Zehntel aller Besuche in der Notaufnahme.

Notfallplan aktiviert

Das Krankenhaus habe daher den Notfallplan für eine Hitzewelle aktiviert. „Das Personal achtet in der ganzen Klinik auf das Wohl der Patienten und des Personals.“ Ein Problem: Nur die wichtigsten Bereiche, wie ein Teil der Notaufnahme, die Operationsräume oder die Intensivstation, sind durchgehend klimatisiert. „Deswegen schließen wir in den restlichen Räumlichkeiten die Fenster und lassen die Jalousien herunter.“ Weiterhin verteile das Personal deutlich mehr Wasser an die Patienten und jedes Zimmer sei mit einem Ventilator ausgestattet worden.

„Das ist eine Momentaufnahme“, sagt Romain Schockmel, „Directeur médical“ des „Centre hospitalier Emily Mayrisch“ in Esch. Die Situation habe sich in den vergangenen Tagen stetig zugespitzt. „Die Zahl der Aufnahmen bleibt allerdings insgesamt stabil.“ Er habe jedoch einen leichten Anstieg bei den Risikopatienten bemerkt.

Große Reserven vorhanden

Notaufnahmen stoßen grundsätzlich häufig an ihre Grenzen. Laut Schockmel sei das jedoch ein generelles Problem, das nicht mit der Hitzewelle zusammenhänge. „Wir reagieren auf die Anliegen der Patienten.“ Ein Mensch, der die Notaufnahme aufsuche, mache das häufig aus begründeten Sorgen. „Man sollte alles ernst nehmen.“

Dennoch habe sich die Situation am Donnerstag verändert. Die Vorsichtsmaßnahmen, etwa die Hydrierung zu gewährleisten, hätten in den ersten Tagen der Hitzewelle gegriffen. „Es wird jedoch mittlerweile schwerer, diese einzuhalten.“ Vor allem Risikopatienten seien gefährdet. „Wir verfügen jedoch über große Reserven im Krankenhaus.“ Daher sei die Aufnahme gefährdeter Personen gewährleistet, ohne dass andere Dienste eingeschränkt werden müssten.

Weit von kritischer Situation entfernt

Risikopatienten seien vor allem Menschen, mit Vorerkrankungen am Herz oder an den Lungen. „Diese müssen wir besonders überwachen.“ Das sei Teil des Protokolls für Hitzewellen, so Schockmel. „Der erste Faktor dafür ist die Hydrierung.“ Andere Parameter für eine Beeinträchtigung der Gesundheit durch extreme Hitze seien die Herzfrequenz sowie ein variabler Blutdruck. Ein weiterer Aspekt des Protokolls bei hohen Temperaturen sei, dass mehr Personal eingesetzt werde. „Das noch bis zum Wochenende.“

Falls die Situation kritisch werde, stünden weitere Maßnahmen bereit. „Im Extremfall müssten wir einige Dienste stoppen sowie Reanimationsbetten freihalten.“ Aber: „Davon sind wir aktuell weit entfernt.“

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