Filmwissen

Vier Jahreszeiten im Kino: Wie der Kultregisseur Yasujiro Ozu Wetter, Politik und Beziehungen verband

Bevor der Herbst anklopft, ein Blick auf den Sommer im Film: Welche narrative Funktion erfüllt er im Kino, wenn er mehr ist als bloße Kulisse? Bei Yasujiro Ozu wird er zur Schwellenzeit, in der familiäre Nähe noch einmal aufscheint, während Veränderung und Abschied bereits begonnen haben.

Gilt als einer der wichtigsten Filmkünstler Japans: Yasujirō Ozu

Gilt als einer der wichtigsten Filmkünstler Japans: Yasujiro Ozu Foto: Public Domain

Yasujiro Ozu (1903-1963) ist zweifelsohne einer der wichtigsten japanischen Filmkünstler des Weltkinos. In Tokio geboren, wuchs er in der ländlichen Präfektur Mie auf. 1923 begann er als Assistent bei der Filmgesellschaft Shochiku, 1927 drehte er seinen ersten eigenen Film. Nach frühen Komödien und Familiengeschichten entwickelte er vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg jenen reifen Stil, der ihn weltberühmt machte.

Ozu gehört zu den singulärsten Filmemachern der Filmgeschichte, weil er sein Werk innerhalb eines klar abgegrenzten thematischen und stilistischen Rahmens entfaltete. Seine Filme ähneln sich ungemein in Struktur, Setting und Figurenkonstellationen – und doch ist jeder einzigartig. Er arbeitete fast ausschließlich für Shochiku, vor allem mit dem Drehbuchautor Kogo Noda und häufig mit denselben Schauspielern, besonders Setsuko Hara und Chishu Ryu. Diese Kontinuität schafft ein geschlossenes filmisches Universum.

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