Alain spannt den Bogen

Viel Routine, wenig Seele: Leonidas Kavakos und Yuja Wang in der vollbesetzten Philharmonie

Jeder weiß es: CDs entstehen in einer optimalen Studiosituation und wir erleben die Werke in nahezu makelloser musikalischer Qualität. Und es ist bekannt, dass dabei viele verschiedene Takes zusammengesetzt, Fehler oder Geräusche herausgeschnitten werden und dass auch die Tontechnik oft korrigierend eingreift. Gerade bei Kammermusik ist hier eine optimale Balance erstrebenswert.

Weder Wang noch Kavakos hatten Blicke füreinander, jeder spielte für sich und ein Gefühl des zusammen Musizierens entstand in keinem Moment des Konzerts

Weder Wang noch Kavakos hatten Blicke füreinander, jeder spielte für sich und ein Gefühl des zusammen Musizierens entstand in keinem Moment des Konzerts Foto: Sébastien Grébille

Wer aber ins Konzert geht, der will hören und sehen, wie die Musiker untereinander und miteinander kommunizieren, wie sie dialogisieren und sich die musikalischen Bälle zuwerfen. Für die Stars Yuja Wang und Leonidas Kavakos, die zu den Publikumslieblingen der einheimischen Musikszene gehören, hatte man das Kammerkonzert in den großen Saal der Philharmonie verlegt und somit vielen Musikfreunden die Gelegenheit gegeben, an diesem Musikereignis teilzuhaben. Besonders gespannt war man natürlich auf das Aufeinandertreffen dieser beiden vom Temperament her gegensätzlichen Persönlichkeiten.

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