Geschichte
Verfolgt und unerwünscht: Aus dem Leben des Jakob Hirschkorn
Im November 1940 erstellte die Luxemburger Verwaltungskommission eine Liste mit den Namen von 480 polnischen Juden1. Einer von ihnen war Jakob Hirschkorn, der im Sommer 1938 aus Nazi-Deutschland nach Osweiler geflohen war. Sowjetische Soldaten befreiten ihn und seine Frau aus dem Ghetto Litzmannstadt. 1960 emigrierte Familie Hirschkorn nach England. Dokumente aus dem Nationalarchiv geben Aufschluss über seine Zeit in Luxemburg.
In Wawern um 1928. Paula, Sara, Norbert, Aron, Erna, Jakob, Sophie (v.l.) Foto: Ruth Hirsch
Jakob Hirschkorn kam im Alter von 24 Jahren nach Luxemburg und lebte von 1938 bis zu seiner Deportation im Jahre 1941 im Osweiler/Echternacher Raum. Am 1. Januar 1914 in Lodz (Polen) geboren, kam er nach dem Ersten Weltkrieg als Kind mit seiner Familie nach Deutschland, zunächst nach Darmstadt, im Dezember 1920 nach Wawern, Bezirk Saarburg2. Die Familie, die ursprünglich „Herszkorn“ hieß, stammte aus dem Süden Russlands. Um 1860 zog sie nach antijüdischen Pogromen nach Lodz und war im Textilhandel tätig. Dadurch entstanden Beziehungen nach Darmstadt, wo ein Onkel von Jakob lebte. In Wawern baute sich Vater Aron eine bescheidene Existenz als fahrender Schuhhändler auf.3