Moseltourismus
Veranstaltungskonzept der „Marie-Astrid“ zahlt sich aus – Moselentente denkt über Zukunft ihres Flaggschiffs nach
Weniger Fahrgäste, aber höhere Einnahmen: Das gezielter ausgerichtete Veranstaltungsprogramm der „MS Princesse Marie-Astrid“ zahlt sich aus. Gleichzeitig macht sich die Moselentente bereits Gedanken über die Zukunft ihres Flaggschiffs.
Das derzeit eingesetzte Schiff stammt aus dem Jahr 2000 und ist inzwischen 26 Jahre alt. Was kommt danach? Foto: Editpress/Julien Garroy
Die „Entente touristique de la Moselle luxembourgeoise“ bleibt auf Kurs. Zwar beförderte ihr Flaggschiff, die „MS Princesse Marie-Astrid“, im vergangenen Jahr etwas weniger Passagiere als im Rekordjahr 2024. Wirtschaftlich fiel die Bilanz dennoch besser aus. Das geht aus den Zahlen hervor, die die Moselentente bei ihrer Generalversammlung vorstellte.
Knapp 35.000 Fahrgäste gingen 2025 an Bord des Ausflugsschiffs auf der Mosel. Ein Jahr zuvor waren es noch rund 36.000 gewesen. Der Umsatz stieg dennoch um rund 60.000 Euro auf knapp 2,7 Millionen Euro. Unter dem Strich erwirtschaftete die Moselentente einen Gewinn von rund 53.000 Euro.
Weniger Angebot, mehr Ertrag
Präsident Steve Reckel führt die Entwicklung hauptsächlich auf die Neuausrichtung des Veranstaltungsprogramms zurück. Statt möglichst viele unterschiedliche Veranstaltungen anzubieten, setzt die Moselentente inzwischen stärker auf ausgewählte Formate mit hoher Nachfrage.
Gleichzeitig sieht sich die Organisation mit steigenden Kosten konfrontiert. Allein für Diesel müsse die Moselentente heute rund 10.000 Euro mehr ausgeben als noch vor wenigen Jahren. Die Preise für die Fahrten seien dennoch nicht erhöht worden, betonte Reckel.
Auch Gruppenreisen bleiben ein wichtiges Standbein. Im vergangenen Jahr nutzten 282 Gruppen das Schiff für Fahrten auf der Mosel. Die meisten Gäste kamen weiterhin aus Luxemburg, gefolgt von Deutschland, Frankreich und Belgien.
Die Moselentente beschäftigt inzwischen 21 Mitarbeiter. In den vergangenen Jahren wurden zusätzliche Kräfte eingestellt, darunter ein zweiter Kapitän. Weitere Verstärkungen seien geplant, um den Betrieb flexibler organisieren und Ausfälle besser auffangen zu können. Die wirtschaftlichen Ergebnisse seien zwar wichtig, stünden aber nicht allein im Mittelpunkt. Aufgabe der Moselentente sei es vor allem, attraktive touristische Angebote zu schaffen und die Luxemburger Mosel als Reiseziel zu stärken.
Nachfolger bereits im Blick
Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits auf die Zukunft der „Marie-Astrid“. Das derzeit eingesetzte Schiff stammt aus dem Jahr 2000 und ist inzwischen 26 Jahre alt. Noch bestehe kein unmittelbarer Handlungsbedarf, sagte Reckel. Dennoch sei jetzt der richtige Zeitpunkt, um über eine Nachfolgelösung nachzudenken. Die Planung und Finanzierung eines neuen Schiffes nähmen viele Jahre in Anspruch. Ein Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren erscheine realistisch.
Dabei gehe es nicht nur um technische Fragen. Zunächst müsse geklärt werden, welche Rolle das Schiff künftig im touristischen Angebot der Luxemburger Mosel spielen solle. Erst danach könne entschieden werden, wie ein möglicher Neubau ausgestattet sein müsse.

Anlegestelle der „Marie-Astrid“ in Grevenmaher Foto: Editpress/Julien Garroy
Um finanzielle Reserven für künftige Investitionen aufzubauen, plant die Moselentente die Einrichtung eines Sparkontos. Finanziert wird die Organisation unter anderem durch Beiträge ihrer Mitgliedsgemeinden Schengen, Remich, Mondorf, Wormeldingen, Stadtbredimus, Grevenmacher und Mertert. Diese zahlen jährlich zwei Euro pro Einwohner an den Tourismusverband.
Positiv äußerte sich Reckel auch zur Idee einer möglichen europäischen Kulturhauptstadt Mosel. Ein solches Projekt könne der Region zusätzliche Impulse verleihen, neue Besucher anziehen und die Bekanntheit der Luxemburger Mosel weiter steigern. Davon könnte nach seiner Einschätzung auch die „Marie-Astrid“ profitieren.