„Hier ging es ums Stehlen“

60 Gräber auf dem Friedhof in Bettemburg beschädigt – Diebe entwenden Kreuze

In der Nacht auf Dienstag haben Unbekannte auf dem Friedhof in Bettemburg auf mehr als 60 Gräber die Kreuze gestohlen. Bürgermeister Jean-Marie Jans vermutet, die Diebe hätten es auf das Metall abgesehen.

Nach einem Vorfall in Hollerich wurden auch in Bettemburg Kreuze auf einem Friedhof entfernt

Nach einem Vorfall in Hollerich wurden auch in Bettemburg Kreuze auf einem Friedhof entfernt Symbolfoto: Editpress/Alain Rischard

Unbekannte haben in der Nacht vom 3. auf den 4. August mehr als 60 Gräber auf dem Friedhof in Bettemburg beschädigt. Die Gemeinde sprach in ihrer Pressemitteilung am Donnerstagmorgen von einem „Akt von Vandalismus“ und verurteilte die Sachbeschädigungen nachdrücklich. Sie erstattete Anzeige bei der Polizei, die eine Untersuchung eingeleitet hat.

Kreuze gestohlen

„67 Gräber sind auf unserem Friedhof betroffen“, präzisierte Bürgermeister Jean-Marie Jans auf Nachfrage des Tageblatt. Wie in Hollerich Mitte Juni wurden auf den betroffenen Gräbern sämtliche Metalldekorationen wie Kreuze oder Jesusfiguren abgerissen und gestohlen.

„Dort, wo die Gräber beschäfigt wurden, war dies wohl auch, um an das Metall zu kommen. Mutwillig zerstört wurde nicht, hier ging es ums Stehlen. Um das Altmetall dann zu verkaufen.“ Es sei „immens traurig“ und „unverständlich“, dass man jetzt auch mit solchen Sachen rechnen müsse, sagte Jans.

Die Täter hätten auch versucht, in die Leichenhalle einzubrechen. „Das ist ihnen aber nicht gelungen“, sagte der Bürgermeister. Die Diebe hätten nach ersten Einschätzungen keine Gräber aufgebrochen.

Familien informieren

Als Erstes müsse man nun die betroffenen Familien informieren. Der Etat Civil wird laut Jans in Kürze mit ihnen in Kontakt treten. Die Gemeinde habe bereits Anzeige gegen unbekannt erstattet. „Ich weiß noch nicht, wie wir für den Ersatz der gestohlenen Metallteile vorgehen. Diese Fragen werden wir jetzt klären“, sagte Jans. „Wir hatten so etwas noch nie, es ist eine vollkommen neue Situation.“

Auf die Frage, ob man den Friedhof künftig besser schützen könne, hatte Jans auch keine Antwort. „Durch die umlaufende Mauer ist es jetzt nicht so, als wäre der Friedhof sehr zugänglich. Aber wir werden prüfen, welche zusätzlichen Maßnahmen in Frage kommen könnten.“

Die Gemeinde führt derzeit eine vollständige Bestandsaufnahme aller entstandenen Schäden durch. Sie kündigte in ihrem Presseschreiben zudem an, Kontakt mit den betroffenen Personen aufzunehmen. Die Kommune bleibt mit den zuständigen Behörden im Austausch, um die Instandsetzung der Anlage in kürzester Zeit zu veranlassen.

Personen, die von den Beschädigungen betroffen sind oder individuelle Schritte unternehmen möchten, werden gebeten, sich an das Kommissariat Réiserbann unter der Telefonnummer +352 24 46 11-000 zu wenden. Zudem ruft die Gemeinde Zeugen dazu auf, sich bei der Polizei zu melden.

Diebstahl in Hollerich

Mitte Juni ereignete sich ein ähnlicher Vorfall in Hollerich. Unbekannte hatten sich dort Zugang zum Friedhof verschafft und Grabkreuze sowie weitere Objekte aus Metall gestohlen. 108 Gräber wurden dabei beschädigt. Die Gemeinde sprach von beispiellosem Diebstahl. (joé, dr)

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