Verschlimmbesserung?
Trotz Ampelanlage staut sich der Verkehr im Düdelinger Kreisverkehr noch immer
Ampeln im Düdelinger Kreisverkehr sollten den Verkehrsfluss besser regeln. Doch nach einer Woche scheint keine Besserung in Sicht. Laut „Ponts et chaussées“ ist die Anlage noch im Testbetrieb.
Stillstand statt fließendem Verkehr Foto: Editpress/Julien Garroy
Die Ampeln im Düdelinger Kreisverkehr an der A13 sind seit einer Woche in Betrieb. Sie hätten für einen flüssigeren Verkehr sorgen sollen. Doch es mehren sich Stimmen, wonach es seit der Inbetriebnahme der Verkehrsampeln zu mehr und längeren Rückstaus komme.
„Ich habe gehört, dass es seit den Ampeln zu mehr Staus kommt als davor“, sagt Bettemburgs Bürgermeister Jean-Marie Jans (CSV) am Telefon. Er sei verwundert darüber. „Bereits vor den Verkehrsampeln lief der Verkehr in Richtung Düdelingen manchmal schlecht.“ Die neuen Staus hätten Auswirkungen auf jeden Autofahrer, der zu Spitzenzeiten den Kreisverkehr in Richtung Bettemburg oder Düdelingen durchfahren muss. Aus Gesprächen mit Einwohnern wisse er, dass es, seit die Ampeln in Betrieb sind, schlechter laufe. „Wir als Gemeinde haben jedoch keine Beschwerden erhalten.“
Doch nicht jede Änderung sei schlecht, sagt Jans. „Was ich beobachtet habe, ist, dass große Fortschritte gemacht wurden, seit die Richtungen der Spuren im Kreisverkehr auf der Fahrbahn stehen.“ Das helfe den Fahrern bei der Orientierung. Das Problem sei jedoch, wie Jans aus Gesprächen erfahren habe, dass die Ampeln zu schnell auf Rot schalten würden. Er wisse jedoch nicht, ob die Straßenbauverwaltung noch an den Schaltzeiten justieren könne. „Das wird uns nicht mitgeteilt.“ Weil der Kreisverkehr dem Staat gehört, sind die „Ponts et chaussées“ zuständig.
Erst mal abwarten
„Wir haben bemerkt, dass es häufiger zu Rückstaus kommt“, sagt Düdelingens Bürgermeister Dan Biancalana (LSAP) am Telefon. Das hätten Rückmeldungen der Bürger und Polizei bestätigt. „Es ist eine faktische Beobachtung, dass sich der Verkehr zu Spitzenzeiten aus Düdelingen raus und rein staut.“

Trotz Lichtschaltanlage: Der Berufsverkehr staut sich nach wie vor in Düdelingen Foto: Editpress/Julien Garroy
Nach einer Woche könnten aber noch keine definitiven Rückschlüsse gezogen werden. „Man muss dem Ganzen eine Chance geben. Es sollte noch zwei bis drei Wochen beobachtet werden, wie die Ampeln sich auswirken“, sagt Biancalana. Das Feedback müsste die Gemeinde dann an die Straßenbauverwaltung weiterleiten. „Sie sind es schlussendlich, die das regeln.“ Und: „Die Ampeln regeln nur die Verkehrsströme, ändern aber nichts an der Quantität.“ Sollten die Probleme jedoch andauern, sei es an den „Ponts et chaussées“, eine Lösung zu finden.
Noch nicht alle Funktionen aktiv
„Bei der Inbetriebnahme einer Lichtschaltanlage läuft diese zunächst mit reduzierten Funktionen“, schreibt die Pressestelle der Straßenbauverwaltung auf Anfrage. So solle die Funktionalität der Ampeln überprüft werden. „In einer zweiten Phase werden dann alle Funktionen freigeschaltet, damit die Signalprogramme durch kürzere oder längere Grünzeiten auf punktuelle Verkehrsströme reagieren können.“ Während dieser Zeit werde die Anlage im Realbetrieb analysiert, um eventuelle Verbesserungen vorzunehmen.
Die Verkehrsströme zu regeln ist laut Straßenbauverwaltung zudem nicht das Hauptziel. „Das primäre Ziel lautet, aus Sicherheitsgründen Rückstaus auf die Autobahn zu verhindern.“ Ohnehin sei die Ampelanlage im Kreisverkehr nur ein Puzzleteil im Gesamtkonzept der regionalen Verkehrsstudie Düdelingen-Bettemburg. Weitere Elemente seien der Ausbau der A3, die Optimierung der N31 zwischen den beiden Orten sowie der Rückbau der Kreisverkehre bei der „ZAE Wolser“ und der rue Ribeschpont. „Erst wenn diese Maßnahmen abgeschlossen sind, können die Ampeln ihre volle Wirkung entfalten.“