Musikindustrie
The Year the Music Died: Luxemburgs abgesagter Konzertsommer
An dieser Stelle wäre normalerweise ein Vorbericht zur diesjährigen Auflage des „Out of the Crowd“ zu lesen gewesen. Das OOTC ist eines der ersten Festivals, die der Pandemie zum Opfer fallen – und es wird nicht das letzte sein. Im absoluten Horrorszenario gibt es nicht nur diesen, sondern auch nächsten Sommer keine Musikfestivals. Wieso das nicht nur auf wirtschaftlicher Ebene, sondern auch für unser Zusammenleben eine Katastrophe ist, verrät unsere Reportage über die Zukunft der Live- und Festivalindustrie.
Als die Welt noch in Ordnung war: The Murder Capital auf dem „Out of the Crowd“-Festival 2019 Foto: Editpress/Didier Sylvestre
Samstag, 25. April 2020. Kollege Tom Haas und ich treffen uns mit den üblichen Verdächtigen am städtischen Hauptbahnhof. Für die Zugfahrt nach Esch/Alzette hat jeder ein paar Dosen Bier dabei. Die Vorfreude ist groß: Jedes Jahr läutet das „Out of the Crowd“ die Festivalsaison Ende April mit einem hochkarätigen Line-up ein. Während wir vom Bahnhof in Esch Richtung Kulturfabrik an den bürgerlichen Bauten vorbeischlendern, erinnern wir uns an die Vorjahre – bunt durcheinander erwähnen wir die Auftritte von Russian Circles, Quadrupède, Aiming for Enrike, Beak, Gogo Penguin und Other Lives. Other Lives tritt mit seinem von Radiohead inspirierten Indie-Folk dieses Jahr erneut auf, der Mathrock der Battles (live eine absolute Wucht), der verspielte Indierock von The Homesick oder der trance-artige Elektro von Holy Fuck werden diese Auflage zu einer der abwechslungsreichsten überhaupt gestalten.