Vinophiles Wochenende

Tage der offenen Weinkeller: Die Götter müssen verrückt sein!

Dass die Römer die Weinkultur seinerzeit an die Mosel brachten, gilt allgemeinhin als erwiesen. Sie bedienten sich auch zahlreicher Götter, deren Gunst sie erhofften und erflehten. Nicht zuletzt zählte Bacchus dazu, der Gott des Weines, zuvor jedoch erst einmal die Fruchtbarkeitsgöttin Ceres und Sonnengott Sol, damit es mit dem Wein auch etwas wird. An Bacchus hat es am Wochenende allerdings nicht gelegen, dass das populäre Event „Wine-Taste-Enjoy“ so ziemlich ins Wasser fiel.

Winzer Laurent Kox (links) bewirtete englische und luxemburgische Weinliebhaber

Winzer Laurent Kox (links) bewirtete englische und luxemburgische Weinliebhaber Foto: Herbert Becker

Aiolus, Gott der Winde, und Janus, der Zweigesichtige, verbreiteten Regen, Windböen und Missmut bei den 30 Winzerbetrieben, die sich auf zahlreiche Wein- und Crémantfreunde eingestellt hatten, um in erster Linie ihre Erzeugnisse aus dem Erntejahrgang 2021 zu kredenzen. Organisiert von der Winzerschaft und vom „Office régional du tourisme région Moselle luxembourgeoise“, mit Unterstützung des „Fonds de solidarité viticole“, zeigte man sich bestens vorbereitet und hatte zum sorglosen Genießen und Degustieren einen kostenlosen Shuttle-Service eingerichtet, der zwischen Deisermillen und Schengen pendelte. Bange und sorgenvolle Blicke richteten sich während der beiden Tage ständig gen Himmel und nicht wenige Gäste waren eher mit Regenschirmen denn mit Sonnenbrillen ausgerüstet.

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