LUGA

Sirenengesänge im Aquatunnel: Besucher entdecken Luxemburgs Unterwelt

Von Sirenen im „Aquatunnel“ bis zur lebenden Pyramide auf dem Kirchberg – die Freilichtausstellung „Luxembourg Urban Garden“ (LUGA) macht Luxemburgs Stadtlandschaft auf neue Weise erlebbar.

Der „Aquatunnel“ erstreckt sich über 900 Meter und liegt rund 60 Meter unter der Stadt

Der „Aquatunnel“ erstreckt sich über 900 Meter und liegt rund 60 Meter unter der Stadt Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Am Dienstagnachmittag fand eine offizielle Besichtigung des „Aquatunnel“ in Luxemburg-Stadt statt. Landwirtschaftsministerin Martine Hansen (CSV), Premierminister Luc Frieden (CSV) sowie zahlreiche Pressevertreterinnen und -vertreter erkundeten den 900 Meter langen Tunnel im Laufschritt – begleitet von der Klanginstallation „The Lower World“ der Künstlerin Susan Philipsz. Der zwischen 1961 und 1963 erbaute Aquatunnel verbindet das Petrusstal mit dem Pfaffenthal und verläuft rund 60 Meter unter der luxemburgischen Hauptstadt. Im Rahmen der Freilichtausstellung „Luxembourg Urban Garden“ (LUGA) werden regelmäßig Führungen durch den Tunnel angeboten. „Mehr als 4.000 Menschen aus der ganzen Welt kamen in diesem Jahr bereits zu Besuch“, so Luc Reis, Generaldirektor von Sightseeing.lu.

Im „Aquatunnel“ gibt es einen Zugang zum alten Brunnen der Place d’Armes

Im „Aquatunnel“ gibt es einen Zugang zum alten Brunnen der Place d’Armes Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Der Tunnel liegt gut versteckt hinter einem grünen Tor im Felsen des Petrusstals, kurz vor dem Pont Adolphe. „Das Motto der LUGA lautet ‚rendre visible l’invisible’ – und wir machen den Tunnel auf diese Weise sichtbar“, sagt Ministerin Hansen am Eingang. Über 40 Stufen führt der Weg nach unten, bevor sich der Tunnel auftut. Beim Betreten werden die Besuchenden gebeten, leise zu sein und die Klanginstallation von Susan Philipsz auf sich wirken zu lassen.

Über Sirenen und Pyramiden

Die schottische Künstlerin ließ sich von der Legende um die Meerjungfrau Melusine und den Grafen Siegfried von Luxemburg inspirieren – Sirenengesänge locken die Gäste in den Tunnel hinein. Es ist feucht und kühl, Wasser tropft von Decke und Wänden. In der Mitte des Tunnels erreicht die Soundkulisse ihren Höhepunkt: Mehrere Tonlagen sinnlicher, märchenhafter Stimmen vermischen sich zu einem intensiven Hörerlebnis. Mit jedem weiteren Schritt hallen die Stimmen nach und verklingen spätestens beim Verlassen des Tunnels im Pfaffenthal.

„Man kann mit Kunst sehr viel bewirken, aber man sollte sie immer mit dem Ort verbinden, an dem sie stattfindet“, sagt Bettina Steinbrügge, Direktorin des Mudam. „Susan Philipsz hat sich intensiv mit Luxemburg auseinandergesetzt und versucht, dafür eine passende Form zu finden.“ Die Klanginstallation ist eine Kooperation zwischen dem Mudam, der LUGA und der Stadt Luxemburg – der Eigentümerin des „Aquatunnel“.

Im Anschluss an die Besichtigung der Luxemburger Unterwelt führte LUGA-Koordinatorin Ann Muller die Gäste zu weiteren Freilichtinstallationen – vom Pfaffenthal über die Standseilbahn bis hin zur „Living Pyramid“ im Park „Dräi Eechelen“ auf dem Kirchberg. Die amerikanische Künstlerin Agnes Denes entwickelte das Projekt gemeinsam mit Schulkindern und integrierte rund 200 heimische Pflanzenarten. Die stufenförmige Pyramide symbolisiert einen Lebenszyklus: die Pflanzen wachsen, gedeihen, vermehren sich – und vergehen schließlich wieder. Auch diese Installation entstand in Zusammenarbeit mit dem Mudam. Der zweistündige Ausflug klang aus mit einer Kostprobe des LUGA-Crémants und Backspezialitäten des Restaurants Chiche! im Mudam-Café.

Informationen rund um Besichtigungen und die verschiedenen Installationen finden Sie unter luga.lu und sightseeing.lu.

Die „Living Pyramid“ von Agnes Denes erzählt die Geschichte des Lebens

Die „Living Pyramid“ von Agnes Denes erzählt die Geschichte des Lebens Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Das könnte Sie auch interessieren:
Exklusive Einblicke: Luxemburgs Gartenschau steht in den Startlöchern
Nach jahrelanger Planung geht es gleich los: „Was lange währt, wird endlich gut“
Die LUGA ist eröffnet: Was man für einen gelungenen Besuch wissen muss
Führung durch die Quirinuskapelle: Entdecken Sie ein magisches Stück Geschichte

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren